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Lokales Dresdner und die Wirtschaft sollen für Fernsehturm spenden
Dresden Lokales Dresdner und die Wirtschaft sollen für Fernsehturm spenden
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08:56 23.06.2017
Die Chancen sehen: Vereinsvorsitzender Eberhard Mittag.  Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Was wäre passiert, fragte Eberhard Mittag, Vorsitzender des Fernsehturmvereins, wenn es eine Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau der Frauenkirche gegeben hätte? „Hat sich der Wiederaufbau wirtschaftlich gerechnet?“, fragte er in einer leidenschaftlichen Rede den Stadtrat. Die SPD-Fraktion hatte ihr Rederecht für die Aktuelle Stunde zum Fernsehturm an Mittag abgetreten, der an die Stadträte appellierte, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu dem Bauwerk in Wachwitz nicht als Ausschlusskriterium oder Totschlagsargument zu interpretieren, sondern als Herausforderung zu sehen.

Holger Zastrow, Vorsitzender der Fraktion FDP/Freie Bürger, sah gar die Möglichkeit, ähnlich wie bei der Frauenkirche die Dresdner und die Wirtschaft mit ins Boot zu nehmen. „Sie werden Geld dafür geben. Es ist aber auch absolut legitim, öffentliche Mittel für den Fernsehturm zu fordern“, so Zastrow. Bund, Land und Funkturm GmbH,müssten in die Verantwortung genommen werden, genauso wie die Stadt.

DNN-Barometer: Koste es, was es wolle: Dresdner wollen den Fernsehturm zurück

Dresden brauche Visionen, so Zastrow, gerade im Hinblick auf die Bewerbung um den Titel europäische Kulturhauptstadt 2025. „Wo sind unsere Visionen? Wo ist unser Mut“, fragte der FDP/FB-Fraktionsvorsitzende und verwies gleichzeitig auf ein gravierendes Problem: die Eigentumsfrage. Der Fernsehturm ist im Besitz der Funkturm GmbH. Für ein Unternehmen könnten aber keine Spenden gesammelt werden. „Der Fernsehturm gehört und nicht und hier brauchen wir eine Lösung.“

Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, nannte den Wunsch, den Fernsehtrum wiederzubeleben, durchaus verständlich. Aber im Gegensatz zum Berliner Fernsehturm liege der Dresdner eben nicht im Stadtzentrum, sondern mitten im Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Der Fernsehturm könne auch hinsichtlich der Nutzung nicht mit einem Kulturbauwerk wie dem Kulturpalast verglichen werden, so Löser. Die Grünen, kündigte er an, würden keine falschen Versprechen abgeben.

Mitglieder des Fernsehturmvereines verfolgten die Aktuelle Stunde auf der Besuchertribüne des Plenarsaales, unter ihnen der Schauspieler Uwe Steimle, der sich für die Wiederbelebung des Fernsehturms engagiert.

Über einen Ratsentscheid wurde gestern nicht abgestimmt, weil kein Eilantrag gestellt wurde. Ein entsprechender Antrag der AfD-Fraktion befindet sich aber im Geschäftsgang des Stadtrats und wird nach der Sommerpause behandelt. Klar ist damit: Zur Bundestagswahl im September wird es keinen Bürgerentscheid zur Wiederbelebung des Fernsehturmes geben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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