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12:27 27.06.2018
Unterstützung für Autoteiler: Wirtschaftsförderer Robert Franke, „Carl und Carla“-Mitgründer Richard Vetter sowie Marco Weiß von VW Dresden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Damit die Deutschen künftig mehr mit Bus und Straßenbahn, dafür weniger mit Autos durch die Städte gondeln und zugleich Kleintransporter besser auslasten, erprobt das Dresdner Carsharing-Unternehmen „Carl und Carla“ ein neues Mobilitätskonzept: Wer bei ihnen einen Kleinbus oder Transporter leiht und zum Übergabepunkt mit dem „Öffentlichen Personennahverkehr“ (ÖPNV) anreist, bekommt einen Euro Rabatt auf die Mietkosten. Das hat „Carl und Carla“-Mitgründer Richard Vetter angekündigt. „Wir wollen den ÖPNV integrieren, den Nutzern weitere Vorteile bieten und damit das klassische Carsharing noch attraktiver gestalten“, kündigte er an.

Ein weiterer Teil des Pilotprojektes: Um die geteilten Busse und Transporter besser auszulasten, möchten „Carl und Carla“ neben umzugswilligen Studenten, kauflustigen Konsumenten und anderen privaten Fahrzeug-Kurzzeitmietern nun auch mehr gewerbliche Kunden gewinnen. Denn die mieten Transporter auch wochen- und monatsweise und können damit zum Beispiel Auslastungsschwankungen ausgleichen. Sie brauchen die angemieteten Transporter aber in aller Regel weder abends noch am Wochenende. „Und in dieser Zeit sind wiederum die Spitzen für den privaten Bedarf“, betont Vetter.

Das Unternehmen hat daher einen Teil seiner Fahrzeuge versuchsweise an je zwei Gewerbehöfen und Dresden und Berlin abgestellt, zum Beispiel am Gewerbehof BMC in Cossebaude mit seinen 60 kleinen Firmen. Die Betriebe sollen dort nun tagsüber die Transporter nutzen und sie außerhalb der Arbeitszeit zum privaten Gebrauch freigeben. Zudem programmieren „Carl und Carla“ derzeit ihre Nutzer-App so um, dass die ÖPNV-Tickets jeder Art erkennt und dafür dem Automieter Rabatte gewährt. Ab Frühjahr 2019 soll dieser Zusatzdienst starten. Er soll dann Anreize schaffen, dass Carsharer (Autoteiler) mit Bus und Bahn zu Gewerbehöfen und anderen „Carl und Carla“-Parkplätzen anreisen.

Um diese Verknüpfung zwischen ÖPNV, privatem und gewerblichem Carsharing umzusetzen, bekommen Vetter und seine sechs Kollegen Hilfe von der Stadt Dresden und dem Autokonzern Volkswagen. Der kommunale Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke gibt dem Unternehmen 56.000 Euro aus seinem Innovations-Fördertopf. Und VW Dresden bezahlt die Werbung für das neue Konzept und übernimmt die Leasing-Kosten für zehn neue Kleintransporter im „Carl und Carla“-Fuhrpark, der bereits rund 250 zu Bussen umbaubare T6-Transporter in elf Städten umfasst.

Franke will damit innovativen Firmengründungen helfen, ihre Ideen schnell auf den Markt zu bringen. „Geschwindigkeit ist da entscheidend“, ist er überzeugt. Und Marco Weiß von VW Dresden sieht das „Carl und Carla“-Nutzfahrzeugkonzept als Schützenhilfe für den Konzernumbau von Volkswagen vom reinen Autohersteller zum Anbieter von Mobilität. Und manche Erkenntnis aus dem Pilotprojekt könne womöglich in die Entwicklung neuer Transporter-Generationen bei Volkswagen einfließen: „Vielleicht kann man zum Beispiel Möglichkeiten schaffen, damit Handwerker ihr Werkzeug schnell aus dem Fahrzeug herausräumen können, damit es der nächste nutzen kann.“

Und die nächsten Kooperationen zwischen dem Konzern aus Wolfsburg und dem Start-up aus Dresden sind womöglich gar nicht mehr so fern: VW entwickelt derzeit einen elektrischen Transporter und dies weckt Wünsche bei „Carl und Carla“. Vetter: „Wir wären gern das erste Carsharing-Unternehmen in Deutschland, das elektrische Transporter einsetzt.“

Von Heiko Weckbrodt

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