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Dresdner schwächeln beim Mülltrennen

Mehr Kunststoff im Restabfall Dresdner schwächeln beim Mülltrennen

In Dresden gibt es immer mehr Müll. Laut Abfallbilanz sind 2016 in der Landeshauptstadt rund 4000 Tonnen Abfall mehr angefallen als im Jahr zuvor.

Die Dresdner sind beim Mülltrennen im vergangenen Jahr etwas nachlässiger gewesen.

Quelle: Archiv

Dresden. In der wachsenden Stadt gibt es mehr Müll: In privaten Haushalten sind 2016 insgesamt 179 503 Tonnen Abfälle angefallen, rund 4000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der Abfallbilanz hervor, die die Stadt am Donnerstag vorlegte. Der größte Anstieg habe mit 1281 Tonnen der Restabfall zu verzeichnen.

Das Gute an den Zahlen: Aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl blieb die Pro-Kopf-Menge aller Abfälle aber mit 327 Kilogramm je Einwohner konstant. Das Schlechte: Die Dresdner sind offenbar etwas nachlässiger beim Mülltrennen gewesen.

Grundsätzlich bewertet es die Stadt als „erfreulich“, dass die Mengen bei den Wertstoffen (Kunststoffe, Papier u.a.) um 537 Tonnen gestiegen sind und beim Bioabfall und beim Grün-/Gehölzabfall um 665 beziehungsweise 1248 Tonnen. Das heißt, mehr Ressourcen sind für den Stoffkreislauf erhalten geblieben.

Aus den Ergebnissen der Analysen sei jedoch ersichtlich, so teilte die Stadt mit, dass immer noch etwa 60 Prozent des Restabfalls in der „Schwarzen Tonne“ aus biologisch abbaubaren Abfällen, Kunst- und Verbundstoffen sowie Papier oder Pappe bestehen. Mehr als die Hälfte (33 Prozent) davon seien Bio- und Grünabfälle. Trotz getrennter Erfassung von Kunststoffen auf den Wertstoffhöfen seit 2015 sei der Anteil von Kunststoffen oder Verbundmaterialien im Restabfall auf 17 Prozent (2012: 16 Prozent) gestiegen. Der Papier- und Pappe-Anteil habe in den Jahren 2015/2016 rund zehn Prozent betragen. Vor Einführung der Blauen Tonne am Haus seien es im Durchschnitt 13 Prozent gewesen.

Für die Stadt habe trotz des „großen Leistungsangebots der Dresdener Abfallwirtschaft an die Bürger“ die Abfallvermeidung Vorrang, hieß es. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft hat sich dazu 2016 gemeinsam mit der Lebenshilfe Dresden Aufklärungsarbeit auf die Fahnen geschrieben. Unter anderem beteiligten sich die langjährigen Partner beim Recycling von Wertstoffen mit dem Projekt „Becher trifft Fahrrad 2.0“ im November an der alljährlichen Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Die Dresdner sollten alte nicht mehr funktionsfähige Fahrräder der Lebenshilfe spenden, die dort von behinderten Mitarbeitern wieder aufbereitet wurden. Insgesamt 300 Fahrräder kamen zusammen und konnten nach einigen Reparaturen preisgünstig verkauft werden. Neben dem Fahrradrecycling gab es noch einen Müllvermeidungseffekt: Wer am Aktionstag ein Fahrrad abgab, bekam als Dankeschön einen Mehrweg-Thermobecher geschenkt. Damit machten die Partner auf ein weiteres aktuelles Abfallproblem aufmerksam. Millionenfach fallen täglich in Deutschland Coffee-to-go-Becher an. Mit einem eigenen Becher kann jeder Kaffetrinker den Wegwerfbecher überflüssig machen.

Trotz insgesamt gestiegener Müllmenge kann die Stadt noch auf eine weitere positive Entwicklung verweisen: Die illegale Müllentsorgung ist etwas zurückgegangen und damit auch die Kosten dafür, die letztlich von allen Dresdnern getragen werden müssen. 51 Tonnen weniger musste die Stadt entsorgen. Trotzdem seien es immer noch 377 Tonnen Restmüll, Sperrmüll und Grünabfälle gewesen, die irgendwo in der Stadt auf öffentlichen Flächen herumlagen. Das Einsammeln und Entsorgen habe Kosten in Höhe von 130 970 Euro verursacht, hieß es. Hinzu kamen noch zahlreiche große Brocken, die illegal entsorgt worden waren: unter anderem Kühlgeräte (134 Stück), Bildschirmgeräte (373 Stück), Elektrokleingeräte (1 795 Stück) und Fahrzeugreifen (932 Stück).

Weitere Informationen stehen im Internet unter www.dresden.de/abfallinfo.

Von Ingolf Pleil

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