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Dresdner retten hunderte Menschen im Mittelmeer – und werden beschossen

Mission Lifeline Dresdner retten hunderte Menschen im Mittelmeer – und werden beschossen

Die Seenotretter von „Mission Lifeline“ aus Dresden haben bei ihrem ersten Einsatz im Mittelmeer bereits mehrere hundert Menschen in Sicherheit bringen können. Am Dienstag habe man mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht – wurde aber von der libyschen Marine auch beschossen.

Die Dresdner „Lifeline“ hat die ersten Rettungseinsätze hinter sich.
 

Quelle: Mission Lifeline

Dresden. Die Seenotretter von „Mission Lifeline“ aus Dresden haben bei ihrem ersten Einsatz im Mittelmeer bereits mehrere hundert Menschen in Sicherheit bringen können. Am Dienstag habe man zunächst über 100 Menschen von zwei kleinen Holzbooten geholt. Anschließend spürten die Dresdner ein Schlauchboot auf, auf dem 120 Menschen ausharrten, darunter mehrere Kinder. „Einige haben Verbrennungen, viele sind ausgetrocknet bis hin zu Kreislaufproblemen“, berichtete die Bordärztin in den sozialen Medien. Neben acht Kindern habe man auch zwei Schwangere an Bord genommen.

Allerdings erlebten die Dresdner auf offener See auch die erste Schrecksekunde. Wie die Crew berichtete, wurden die Seenotretter von der libyschen Küstenwache beschossen, als sie versuchten, die Menschen von einem der Holzboote zu retten. In einem am Mittwoch veröffentlichten video ist ein Schuss deutlich zu hören. „Es gibt keine größeren Probleme“, beruhigt Einsatzleiter Philipp Hahn. Er sprach von einem Einschüchterungsversuch durch die libysche Küstenwache. Die Crew habe sich aber nicht einschüchtern lassen und die Menschen wie geplant von dem nicht seetauglichen Boot geholt.

Die ersten drei Einsätze brachten das Dresdner Schiff jedoch schon an seine Kapazitätsgrenze. Denn mit den mehr als 200 geretteten Menschen ist die „Lifeline“ bereits voll. Daher wurden die Menschen noch am Dienstag auf ein italienisches Versorgungsschiff gebracht, welches sie in Richtung Festland bringen wird.

Um den Einsatz der Seenotretter im Mittelmeer wird heftig gestritten. Für die einen sind „Mission Lifeline“ und Co. Helfer der Schlepper, für andere sind sie Lebensretter. Die Seenotretter betonen, dass sie streng nach Seerecht handeln. Zudem habe man eines der Holzboote nach der Rettung der Menschen in Brand gesetzt, damit es nicht erneut von Schleppern genutzt werden konnte. Beim zweiten Holzboot kam die libysche Marine dazwischen. Bei dem gefundenen Schlauchboot war das Versenken gar nicht nötig. Wie die Missionsteilnehmer mitteilten, platzte bereits während der Rettung der erste Schlauch. Ohne das Dresdner Schiff wären die Menschen darauf wohl ertrunken.

Von S. Lohse

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