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Dresdner protestieren gegen Parkgebühren unter der Marienbrücke

Onlinepetition Dresdner protestieren gegen Parkgebühren unter der Marienbrücke

Schon von Weitem ist der unter den Scheibenwischer geklemmte Zettel mit dem farbigen Halteverbotszeichen zu erkennen. Ein Knöllchen, hier, auf dem Parkplatz unter der Marienbrücke? Nicht ganz. Eine Protestaktion gegen kostenpflichtiges Parken.

Katharina Franke und Christian Blümel bei der Postkartenaktion.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Schon von Weitem ist der unter den Scheibenwischer geklemmte Zettel mit dem farbigen Halteverbotszeichen zu erkennen. Ein Knöllchen, hier, auf dem Parkplatz unter der Marienbrücke? Nicht ganz. Mit einer Kartenaktion haben Christian Blümel und Katharina Franke am Dienstagnachmittag gegen städtische Pläne protestiert, den seit Anfang der 1990er tolerierten wilden Parkplatz im Sommer in eine gebührenpflichtige Parkfläche zu verwandeln. Pendler brauchen diese letzte große Umsonstparkfläche in Innenstadtnähe, sagen sie.

„Hier trifft es doch vor allem die Menschen, die sich Parkgebühren nicht leisten können“, sagt Blümel, der nach Bekanntwerden der städtischen Pläne am 23. Januar eine Facebook-Gruppe zum Erhalt des freien Parkens unter der Marienbrücke gegründet hat. In der Innenstadt seien viele der Pendler im Gastgewerbe und im Verkauf beschäftigt, sagt er. Sie vor allem seien auf die kostenlosen Stellflächen angewiesen. „Im Gastgewerbe wird sehr spät noch gearbeitet, diese Menschen können die öffentlichen Verkehrsmittel kaum nutzen“, meint Blümel. Zumal viele auch noch außerhalb Dresdens wohnten. Etwa zwei Drittel der unter der Marienbrücke abgestellten Autos seien aus dem Umland, schätzt er.

Blümel selbst wird demnächst auch dazu gehören, weil er mit seiner Familie „aufs Land“ ziehen wird, wie er sagt. „Wenn hier wirklich vier Euro Parkgebühr am Tag verlangt werden, dann wären das 80 Euro zusätzlich im Monat – das kann sich doch keiner leisten“, sagt er. Deswegen hat die Gruppe um Blümel bereits Briefe an alle Fraktionen und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geschrieben. Eine Online-Petition, die bis Ende März läuft, hatte bis Dienstagabend 66 Unterstützer. „Es müssen mehr werden“, findet Blümel. Deswegen die für manchen mit einem kurzen Schockmoment verbundene Kartenaktion, der weitere folgen sollen.

Nach bisher bekannt gewordenen Plänen sollen Hochwasserschäden auf dem Parkplatz beseitigt werden. Anschließend will die Stadt Stellflächen markieren und Parkautomaten aufstellen. Die Stellplätze direkt unter den Brückenbögen sollen dabei wegfallen. Nach Willen der Stadträte soll die Stadt in diesem Jahr 10,35 Millionen Euro aus Parkgebühren einnehmen, 1,65 Millionen Euro mehr als noch 2016.

tinyurl.com/petitionparken

Von Uwe Hofmann

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