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Dresdner mit sechs Versammlungen gegen Pegida-Geburtstag

Demo-Samstag #DD2810 Dresdner mit sechs Versammlungen gegen Pegida-Geburtstag

Für den Samstag sind in der Dresdner Innenstadt zahlreiche Demos und Kundgebungen angezeigt. Grund dafür ist der dritte Pegida-Geburtstag. Das asyl- und islamfeindliche Bündnis kassierte im Vorfeld die erste Niederlage: Den gewünschten Altmarkt bekommt Pegida nicht.

Im Oktober 2016 gingen Tausende Dresdner gegen Pegida auf die Straße. Die Organisatoren hoffen auf ähnlich rege Beteiligung 2017.
 

Quelle: Dietrich Flechtner (Archiv)

Dresden.  Mit gleich sechs Versammlungen wollen die Dresdner am Samstag gegen Pegida demonstrieren. „Für ein Dresden ohne Rassismus“ heißt es ab 14 Uhr. Geplant sind verschiedene Aktionsformen vom Friedensgebet bis hin zur Demo durch die Stadt. „Wir stehen für eine Stadt in der Jeder und Jede sein Leben leben kann ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken. Wir rufen euch mit uns auf die Straße zu gehen“, heißt es dazu bei den Organisatoren von „Herz statt Hetze“.

Anlass ist Pegida selbst: Das islam- und asylfeindliche Bündnis will am Samstag seinen dritten Geburtstag nachfeiern. Am 17. Oktober 2014 war Pegida das erste Mal auf die Straße gegangen. Die Asylfeinde dürfen jedoch nicht wie gewünscht und bis jetzt beworben auf den Altmarkt. Dort hat die Stadt stattdessen ein Kinderfest der Hope-Gala genehmigt, die am gleichen Abend im Kulturpalast Spenden für Aidskranke sammelt. Pegida muss also ausweichen – und zwar wahrscheinlich zum Theaterplatz. Denn alle anderen Innenstadtplätze sind belegt. Die Stadtverwaltung äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Orten des Versammlungsgeschehens.

Gegenveranstaltungen in der ganzen Innenstadt

Auf dem Postplatz lädt das Referat „What“ des Studentenrates der TU Dresden ab 14 Uhr zu „Kunst und Kultur in Zeiten des Rechtsrucks“ ein. Neben verschiedenen Dresdner Künstlern wird auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) erwartet, hieß es.

Um 14.30 Uhr startet am Jorge-Gomondai-Platz in der Neustadt eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für sozialen Fortschritt – Rassismus den Boden entziehen.

Um 15 Uhr beginnt in der Unterkirche der Frauenkirche ein Friedensgebet, mitorganisiert von ehemaligen Kruzianern, die mit „erhebet eure Herzen“ bereits in den vergangenen Monaten regelmäßig zu entsprechenden Gebeten geladen hatten. Ebenso 15 Uhr lädt die Gruppe „Hope - fight racism“ zu einer Kundgebung vor dem Polizeipräsidium ein. „Antifaschismus bleibt notwendig“ ist die Versammlung überschrieben.

Große Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt

Um 16 Uhr sollen sich nach den bisherigen Plänen alle Versammlungen am Pirnaischen Platz treffen, um gemeinsam zur großen Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt zu ziehen, wo unter anderem Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) sprechen wird.

Wer stattdessen direkt gegen Pegida demonstrieren will, kann dies unter dem Motto „Rassismus widersprechen – Haltung zeigen“ tun. Die Kundgebung, die wöchentlich am Rande von Pegida stattfindet, soll auch zum „Geburtstag“ der Islamfeinde stattfinden. Pegida selbst will am Samstag nicht durch die Stadt laufen. Die Rednerliste offenbarte am Montag zwar keine Überraschungen, dafür aber viele Menschen, die ans Pegida-Mikro sollen.

Polizei rechnet mit ruhigem Tag

Die Polizei rechnet am Samstag mit insgesamt rund 5000 Teilnehmern. Der Einsatz werde entsprechend kleiner Ausfallen als in den Vorjahren, so Sprecher Thomas Geithner auf DNN-Anfrage. Die „Aufgeregtheit“ auf der Straße habe in den vergangenen Monaten spürbar abgenommen. Entsprechend hofft die Dresdner Polizei auf einen ruhigen Nachmittag. So würden auch keine Beamte aus anderen Bundesländern angefordert, so Geithner weiter.

Von Stephan Lohse

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