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Lokales Dresdner laden Flüchtlinge zum Willkommenspicknick in den Alaunpark
Dresden Lokales Dresdner laden Flüchtlinge zum Willkommenspicknick in den Alaunpark
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10:01 13.09.2015
Sabine, Rahel, Johanna, Aya und Mohmad genossen das Picknick im Alaunpark. Quelle: Tanja Tröger

Gemeinsam saßen alteingesessene Dresdner und Neuankömmlinge auf Decken im Gras, ließen es sich bei Kuchen, Obst, Kaffee und Saft gut gehen und unterhielten sich mit Händen und Füßen, wo sie mit Englisch nicht weiterkamen. Dolmetscher übersetzten zudem in die arabische oder persische Sprache. Einige Dresdner hatten Kleider- und Spielzeugspenden mitgebracht, die vor allem von Müttern und Kindern dankbar angenommen wurden. Auf der Wiese im Alaunpark spielten Dresdner mit Flüchtlingen Frisbee oder Fußball. Ein Spätshop an der Görlitzer Straße brachte spontan Lebensmittel und Getränke vorbei, ein Neustadt-Café sponsorte Eis für die Kinder.

Auf einer Decke saßen auch Aya und Mohmad aus Syrien gemeinsam mit Sabine, Johanna und Rahel aus Dresden. Seit zwei Wochen seien sie in Dresden, erzählten die jungen Syrer, und glücklich, endlich da zu sein. Gleichzeitig seien sie auch sehr traurig, weil ihre Familien noch in der Heimat sind und sie nichts für sie tun könnten außer beten. Die drei Dresdnerinnen genossen die Sonne und die Unterhaltung mit den Migranten: „Das ist eine nette Atmosphäre hier, man kommt schnell mit den Leuten ins Gespräch.“, sagte die 53-jährige Sabine. „Die Sprache ist das Schwierigste, aber die Kinder können gut Englisch“, ergänzte sie mit Blick auf ihre 25-jährige Tochter. Über eine Einladung via E-Mail hatte Sabine von der Aktion erfahren und sich fürs Mitmachen entschieden. „Ich bin generell an Kontakten zu Flüchtlingen interessiert, habe auch schon bei der ABC-Schule auf dem Matthäusfriedhof geholfen.“

Organisiert hatte das Willkommensfest der Dresdner Akifra e.V. – Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte. „Uns geht es darum, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Sie sollen sich als Mensch fühlen können“, sagte Organisatorin Mela. „Das ist das, was wir als Neustädter tun können: ein Zeichen setzen gegen die Pegida-Leute, die das Willkommensgefühl bei den Flüchtlingen beeinträchtigen.“ Außerdem sei es wichtig, dass sich alle helfenden Hände gut vernetzen.

Binnen einer Woche hatte die Truppe um die Neustädter Mela, Pauline, Christian und Cora das Willkommenspicknick auf die Beine gestellt. „Ich hatte unglaublich viele Anrufe, habe teilweise bis nachts um zwei am Computer gesessen und E-Mails gelesen und beantwortet“, erzählte Mela erfreut, aber auch geschafft. Christian, der eigentlich Musiker ist, ging es ähnlich: „Das war in den vergangenen Tagen ein Fulltime-Job.“ Vor allem die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung habe Nerven gekostet, man sei von einem Ansprechpartner zum anderen weiterverwiesen worden, und letztlich klappte beispielsweise die versprochene Stromversorgung nicht. Zudem sei ihr Online-Terminplaner Mitte der Woche absichtlich zerstört worden.

Dennoch soll die Veranstaltung wiederholt werden, wenn das Containerdorf an der Stauffenbergallee eröffnet ist. Dann wird sich voraussichtlich das Bündnis Bunte Neustadt um die Organisation kümmern, dem das vierköpfige Orga-Team auch angehört.

ttr

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