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Lokales Dresdner gedenken der Pogromnacht 1938
Dresden Lokales Dresdner gedenken der Pogromnacht 1938
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17:38 09.09.2015
Mit einer Kranzniederlegungen am Standort der zerstörten Semper-Synagoge erinnerten Dresdner Bürger an die Novemberpogrome von 1938. Quelle: Tanja Tröger

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 hatten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen angezündet, jüdische Gebetsräume, Geschäfte und Friedhöfe zerstört sowie Juden misshandelt, verhaftet und getötet.

Am Sonntagnachmittag kamen im Jüdischen Gemeindezentrum am Hasenberg etwa 150 Menschen zusammen, um der Holocaust-Opfer zu gedenken. Zugleich wurde eine Ausstellung eröffnet, die sich unter dem Titel „(Mit)Gemacht?“ mit Biografien Dresdner Technik- und Naturwissenschaftler im nationalsozialistischen Deutschland beschäftigt. Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Nora Goldenbogen, wies darauf hin, dass „der historische und sehr aktuelle Mechanismus des Mitmachens“ als Klammer für Gedenken und Ausstellung diene. Beispielhaft für das Mitmachen damals stünden die rund 2000 Dresdner, die am Tag nach der „Reichskristallnacht“ zur niedergebrannten Synagoge strömten und dort zuschauten, wie die Vorstände der jüdischen Gemeinde verhaftet, misshandelt, vorgeführt und verspottet wurden. Protest habe es kaum gegeben. Heute sei es daher sehr wichtig, gegenüber jeder Art von Ausgrenzung und Rassismus wachsam zu sein und sich diesen zu widersetzen, mahnte Goldenbogen mit Blick auf die Pegida-Demonstrationen.

Anschließend legte die Gemeindevorsitzende an der Stele, die an die zerstörte Semper-Synagoge erinnert, einen Kranz nieder. Auch Vertreter der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, von Landeshauptstadt und Freistaat sowie der Stadtrats- und Landtags-Fraktionen bekundeten mit Trauerkränzen ihr Mitgefühl.

An zahlreichen der 141 Dresdner Stolpersteine hielten Bürger ab 18 Uhr Mahnwachen. So stand beispielsweise der Vorsitzende des Stolpersteine Dresden e.V., Claus Dethleff, am Trachenberger Platz, wo die kleinen Messingplatten an die Kaufmannsfamilie Steinhart erinnern. In Laubegast wachten Mitglieder der Bürgerinitiative „Laubegast ist bunt“ an den Steinen für jüdische Opfer des Nationalsozialimus. Vor der Hofkirche erinnerten brennende Kerzen an den sorbischen Priester Alois Andritzki. Angezündet hatte sie Victor Vincze vom Ausländerrat Dresden e.V. Seit 2011 kommt er an jedem 9. November zu dem unscheinbaren Gedenkstein, reinigt ihn und legt Blumen daneben.

ttr

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