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Dresdner fürchten die Dunkelheit

Kommunale Bürgerumfrage 2016 Dresdner fürchten die Dunkelheit

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Dresdner sinkt: Nur noch die Hälfte der Einwohner fühlt sich in der Stadt noch sicher. Das ist ein Ergebnis der Kommunalen Bürgerumfrage 2016, die jetzt ausgewertet ist. Dafür sind die Einkommen der Dresdner in den vergangenen zwei Jahren sehr deutlich gestiegen.

In den Nachtstunden fühlen sich die Dresdner besonders unsicher.
 

Quelle: Guenther Hunger

Dresden.  4435 Dresdnerinnen und Dresdner haben sich an der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 beteiligt und ihre Fragebögen ausgefüllt. 12 500 Fragebögen hatte die Stadt verschickt, die Rücklaufquote beträgt 36,1 Prozent. Die DNN fassen die wichtigsten Erkenntnisse der städtischen Statistiker um Lioba Buscher und Holger Oertel zusammen.

Was sind die größten Probleme der Dresdner?

Straßenverkehr, Pegida und Flüchtlingsproblematik. Eine Teilgruppe der Befragten konnte die drei größten Probleme benennen – 4441 Probleme schrieben sie auf. 17 Prozent betreffen verschiedene Thematiken aus dem Bereich Verkehr wie der Zustand von Straßen, Radwegen und Bürgersteigen. Pegida kam auf 14 Prozent der Nennungen, die Flüchtlingspolitik erreichte ebenfalls 14 Prozent. Politik und Politikverdrossenheit kam mit zwölf Prozent auf Rang vier, die Wohnsituation mit etwas mehr als zehn Prozent auf den fünften Platz. Es folgen Stadtentwicklung, Kriminalität, Kindertagesstätten und Schulen, die wirtschaftliche Situation, Umweltprobleme, mangelnde Sauberkeit und Ordnung sowie fehlende Sport- und Spielplätze. Dynamo Dresden und die Fanszene wurden nur 20 Mal genannt. Werden nur die Einzelprobleme gezählt und keine Kategorien gebildet, dann ist Pegida mit 536 Nennungen das Hauptproblem, gefolgt von der Flüchtlingsproblematik mit 293 Nennungen, der Kriminalität (246), dem Stichwort „zu viele Ausländer/Asylbewerber“ (225) und einem zu geringen Wohnungsangebot (174).

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel: "Das Ergebnis auf den Punkt gebracht? Den Dresdnern geht es so gut wie nie!"

Wie charakterisieren die Dresdner ihre Stadt?

Als traditionsverbunden, grün und mit attraktiver Innenstadt. 80 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Dresden traditionsverbunden ist. 77 Prozent beschreiben die Stadt als grün, 72 Prozent loben die Innenstadt. Das Attribut „gastlich“ erreichte bei früheren Bürgerumfragen noch Werte über 80 Prozent, jetzt ist die Zustimmung auf 65 Prozent gesunken. Wobei nur 44 Prozent der Bewohner der Inneren und Äußeren Neustadt Dresden als gastfreundlich bezeichnen, dafür aber 79 Prozent der Befragten in Cotta und Briesnitz. Richtig im Keller ist die Zustimmung zum Attribut „weltoffen“ mit 40 Prozent, hier lagen die Werte schon mal bei über 70 Prozent. Auch hier sind die Bewohner der Inneren und Äußeren Neustadt mit gut 20 Prozent Zustimmung am kritischsten. Für „modern“ halten nur 46 Prozent der Dresdner ihre Stadt, für „kinderfreundlich“ etwas mehr als 50 Prozent. Wobei sich die Urteile der Paare mit und ohne Kinder nicht wesentlich unterscheiden.

Wieviel verdient der Durchschnittsdresdner?

Der Dresdner Durchschnittshaushalt verfügte im Februar 2016 über ein monatliches Nettoeinkommen von 2090 Euro. Damit ist das Durchschnittseinkommen seit 2014 um elf Prozent gestiegen. Die größten Zuwächse verzeichneten Paare ohne Kinder mit einem Plus von 346 Euro oder 14 Prozent. Paare mit Kind oder Kindern verfügen im Durchschnitt über die gleiche Menge an Geld wie 2014, Einpersonenhaushalte büßten sogar 40 Euro pro Monat ein.

Wo leben die Besserverdienenden und wo die Menschen mit geringen Einkommen?

Überdurchschnittlich viele Besserverdiener leben im Ortsamtsbereich Loschwitz und der Ortschaft Schönfeld-Weißig, im Ortsamtsbereich Plauen mit Mockritz, Coschütz und Plauen sowie in Klotzsche und den nördlichen Ortschaften. Ein hoher Prozentsatz an einkommensschwachen Personen lebt in Gorbitz, Prohlis, Cotta, Löbtau, Naußlitz und Dölzschen.

Die Einkommen sind gestiegen. Wie empfinden die Dresdner ihre wirtschaftliche Situation?

Ausgesprochen positiv. 65 Prozent schätzen sie als sehr gut oder gut ein – 2014 waren es nur 58 Prozent. Die Erwartungen an die Zukunft sind ebenfalls positiv: 15 Prozent erwarten eine Verbesserung und nur zwölf Prozent sind eher pessimistisch.

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit spricht von einer Wohnungsnot. Wie bewerten die Dresdner ihre Wohnsituation?

Positiv. Sowohl für die eigene Wohnung als auch für die Wohngegend geben die Befragten die Schulzensur 2 (genau genommen beträgt der Wert 1,9). Die Zufriedenheit mit diesen Faktoren ist seit Jahren stabil.

Was zahlt der Durchschnittsdresdner an Miete?

5,96 Euro pro Quadratmeter. Bei der Umfrage werden überwiegend die Bestandsmieten erfasst und nicht die Angebotsmieten bei Neuvermietung. Je länger jemand in seiner Wohnung lebt, umso günstiger ist meist die Miete. Die Grundmieten sind seit 2014 um 4,7 Prozent gestiegen, haben die Statistiker ermittelt. Es gibt immer weniger Wohnungen unter 5,50 Euro pro Quadratmeter. Bei der Vonovia liegt die Durchschnittsmiete bei 5,47 Euro pro Quadratmeter, bei den Genossenschaften bei 5,41 Euro und bei privaten Vermietern sind 6,33 Euro zu zahlen.

Wie sicher fühlen sich die Dresdner in ihrer Stadt?

Das Sicherheitsgefühl für die Gesamtstadt hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen und liegt inzwischen bei einem Durchschnittswert von 2,5. Nur die Hälfte der Befragten fühlt sich in Dresden sicher. Mit zunehmendem Alter nimmt das Sicherheitsempfinden immer mehr ab. Dafür fühlen sich die Befragten in ihrer Wohnung (1,8) und in ihrem Wohnumfeld (2,2) deutlich sicherer. Während sich 79 Prozent der Befragten tagsüber in der Stadt sicher fühlen, fällt der Wert für die Dunkelheit auf 23 Prozent ab. Ähnlich verhält es sich beim Sicherheitsgefühl in Straßenbahnen und Bussen. Tagsüber ist es mit 83 Prozent hoch, nachts mit 35 Prozent niedrig. Prohlis, Gorbitz sowie die Äußere und Innere Neustadt wurden von den Befragten besonders häufig als unsichere Stadtviertel benannt.

Wieviele Dresdner rauchen eigentlich?

18 Prozent der Befragten. Der Anteil der Nichtraucher ist von 77 Prozent im Jahr 2014 auf 82 Prozent gestiegen. Acht Prozent gaben an, gelegentlich zu rauchen, zehn Prozent regelmäßig. 13 Prozent der Männer greift den Angaben zu Folge regelmäßig zur Zigarette und sieben Prozent der Frauen.

weitere Informationen: www.dresden/de, www.dresden.de/interaktiv

Von Thomas Baumann-Hartwig

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