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Dresdner essen 5200 Tonnen Schokolade im Jahr

Hunger auf Süßes Dresdner essen 5200 Tonnen Schokolade im Jahr

Der Hunger auf Süßes ist in Dresden messbar: 5200 Tonnen Schokolade sollen die Elbestädter pro Jahr vertilgen. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) jetzt verkündet. Die NGG hängt daran ihre Kritik am Trend zur Verramschung im Einzelhandel, der in der Ernährungsindustrie den Druck erhöhe und an den Sicherheitsstandards säge.

Auch beim Bier langt der Dresdner ordentlich hin: 104 Liter trinkt jeder laut Statistik pro Kopf und Jahr, insgesamt sind das 566 000 Hektoliter, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Quelle: dpa

Dresden. Ein Leben ohne Schokolade ist möglich, aber sinnlos. Die Dresdner wissen das und verhalten sich entsprechend. 216 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes in Dresden pro Jahr. Das sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), und steigt tief in die Welt der verarbeiteten Kakaobohne ein: Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel hätten die Einwohner der Landeshauptstadt zuletzt 5200 Tonnen Schokolade vertilgt – rein statistisch gut 9,5 Kilogramm pro Kopf. Doch der Mensch ernährt sich nicht von Schokolade allein. Der NGG zufolge konsumieren die Dresdner pro Jahr auch 13 300 Tonnen Käse – 24,5 Kilo pro Einwohner und 566 000 Hektoliter Bier, das sind 104 Liter pro Kopf.

An diese drei Grundnahrungsmittel hängt die NGG – zu recht – die Bedeutung von Lebensmittelindustrie und -handwerk. Und verweist auf eine Zahl der Arbeitsagentur. Derzufolge hängen in der Elbestadt 1930 Jobs an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Die Gewerkschaft verweist auf die hohen Standards bei der Lebensmittelsicherheit und warnt vor immer größerem Druck bei der Herstellung. Volkmar Heinrich von der NGG Dresden-Chemnitz erklärt: „Gute Ernährung und gute Arbeit gehören zusammen. Hygiene unter Zeitdruck – das kann zum Beispiel nicht gut gehen.“ Dies bedeute auch, dass Unternehmen Tarifverträge einhielten und sich an der Berufsausbildung beteiligten.

Mit Sorge sieht die NGG den Trend zur Verramschung: „Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten. Damit werden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft“, kritisiert Heinrich. Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar. Solche Preise erhöhten den Druck auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen.

An die Verbraucher appelliert die NGG, nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. „Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können sie damit die heimische Wirtschaft stärken.“

Von DNN

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