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Lokales Dresdner beim 1. Bundeskongress der Straßenkinder in Berlin dabei
Dresden Lokales Dresdner beim 1. Bundeskongress der Straßenkinder in Berlin dabei
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17:38 09.09.2015
Dieter Wolfer Quelle: Christian Juppe

Die DNN sprachen mit Dieter Wolfer, Koordinator und Streetworker von Treberhilfe Dresden.

Wer nimmt an dem Kongress teil?

Dieter Wolfer: Über 100 Straßenkinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie kommen vor allem aus dem Ruhrgebiet, aus Berlin, Hamburg und Dresden. Mit dabei sein werden auch Schauspielerin Andrea Sawatzki und der Fotograf Jim Rakete. Unter dem Motto "Mein Name ist Mensch" wollen die Teilnehmer darüber beraten, wie sie sich selbst helfen können und welchen Beitrag sie von der Gesellschaft erwarten.

Wieviele Kinder und Jugendliche leben in Dresden auf der Straße?

Das weiß man nicht so genau. Deutschlandweit leben schätzungsweise 20 000 Kinder und Jugendliche auf der Straße. Im Osten ist es ja so, dass die Wohnungsmieten noch vergleichsweise günstig sind. Nicht selten übernachten betroffene Jugendliche auch bei Kumpels. Fest steht: Es gibt in Dresden etwa 800 gemeldete Obdachlose. Die Stadt nannte 2013 rund 300 untergebrachte Wohnungslose. Freie Träger verzeichnen etwa 400 erfasste Wohnungslose und gehen von einer Dunkelziffer aus. Für junge Leute zwischen 18 und 21 Jahren ist die Lage besonders schwierig. Außerdem registrieren wir auch Jungs in der Pubertät aus allen sozialen Schichten, die im Sommer einfach mal abhauen von Zuhause - weil sie Stress haben mit Eltern oder in der Clique.

Hat die Zahl obdachloser Jugendlicher zugenommen?

Ja, seit der Einführung von Hartz 4 haben wir merklich mit Sanktionen zu tun, meist mit Mietkündigungen oder mit der Abschaltung von Strom und Wasser. Für den, der das einmal hinter sich hat, ist es verdammt schwer, wieder eine Wohnung zu bekommen. Das wird zunehmend enger.

Was für Angebote macht die Treberhilfe diesen Jugendlichen?

Wir haben zwei "Streetwork"-Pro- jekte - den Doppelstockbus "Jumbo" und den offenen Treff in der Albert- straße 32 - und wir kümmern uns direkt auf der Straße um Jugendliche. Wir arbeiten mit jugendlichen Cliquen zusammen. In einer Gruppe von 20 Leu-ten sind dann meist zwei, drei Jugendliche, die definitiv Probleme haben. Das reicht von Vernachlässigung über Drogenkonsum bis hin zu sexuellem Missbrauch. Im offenen Treff können die Jugendlichen dienstags und donnerstags von 11 bis 15 Uhr Wäsche waschen, zusammen Essen kochen, bekommen einen Schlafsack, wenn sie draußen schlafen. Und wir beraten und beglei-ten sie natürlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2014

Katrin Richter

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