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Lokales Dresdner bauen werbefinanziertes Recycling-System für E-Schrott auf
Dresden Lokales Dresdner bauen werbefinanziertes Recycling-System für E-Schrott auf
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15:00 25.09.2017
 Binee-Chef Martin Jähnert Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden/Leipzig

 Die Weixdorfer Garagen-Firma „Binee“ macht sich daran, die deutschen Elektronikschrottberge abzutragen: Seit 2015 baut der Wirtschaftsingenieur und ehemalige Airbus-Mitarbeiter Martin Jähnert ein werbefinanziertes Recycling-Netzwerk für alte Elektronikgeräte auf, das auf Belohnungen basiert. „Wir haben inzwischen im Grundsatz gezeigt, dass dieses System funktioniert“, sagt er. „Unser Ziel sind rund 10.000 Stellplätze in ganz Deutschland. In jedem Postleitzahl-Bezirk soll wenigstens eine unserer Boxen stehen.“

Binee-Chef Martin Jähnert mit einem alten Walkman und dem Modell der Gutschein-Wunschbox in der Hand. Quelle: hw

Der Hintergrund: Vor allem der Smartphone-Boom hat die Elektronikschrott-Halden in den Haushalten noch einmal ordentlich wachsen lassen. Laut Umfragen des Digitalwirtschafts-Verbandes „Bitkom“ schlummern allein über 100 Millionen Alt-Handys in den Schubladen der Bundesbürger, Tendenz: stark wachsend. Obwohl es seit 2016 eine sehr weitgefasste Rücknahmepflicht für den Handel gibt, alte Elektrogeräte gratis zurückzunehmen und zu recyceln, scheuen viele Deutsche diesen Weg. Und gerade bei Handys mag der Gedanke eine Rolle spielen, das alte Telefon ja vielleicht doch irgendwann noch einmal zu brauchen.

Andererseits sind gerade in Elektronikgeräten viele Wertstoffe wie Kupfer, Gold, Kobalt, Neodym und ähnlich rare Materialien enthalten. Die wieder in den Stoffkreislauf zurückzuholen, auf diese Aufgabe hat sich das fünfköpfige Binee-Team gestürzt. Dafür haben sie spezielle blaue Boxen und Container entworfen. Wer dort ein altes Elektrogerät einwirft, kann sich an einem Bildschirm am Behälter einen Gutschein als Belohnung aussuchen. „Das kann zum Beispiel ein 5-Prozent-Rabatt beim Einzelhändler um die Ecke sein, ein Coupon für ein Konzert oder das Theater“, zählt Jähnert ein paar Beispiele auf. Füllt sich die Box, bringt ein Bote den Inhalt zu einem lokalen Wiederaufbereiter. Ist das Recycling geschafft, wird der Einwerfer darüber per E-Mail informiert - denn auch Transparenz ist Teil des Binee-Konzeptes. „Wir wollen die Nutzer belohnen, motivieren und informieren“, erklärt der Binee-Chef. Finanzieren soll sich das System durch die Händler, die dort Gutscheine einspeisen und so neue Kunden gewinnen wollen – also letztlich durch Werbung.

In Dresden steht ein Pilotcontainer des neuen Systems. Außerdem hat Binee eine Niederlassung im „Spinlab“-Inkubator Leipzig gegründet und in der Messestadt weitere 20 Boxen installiert. Je eine weitere Box findet sich in Berlin und Freiberg. Und Gründer Jähnert sinniert schon über die nächsten Recycling-Systeme nach einem ähnlichen Strickmuster: „Denken Sie nur daran, wie oft Altmedikamente im Klo landen. Und wieviele Geräte heute mit Lithium-Batterien arbeiten...“

Mehr Infos im Netz: binee.com

Von Heiko Weckbrodt

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