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10:30 10.09.2018
Die Besucher genießen den Ausblick von der Terrasse des Schlosses Übigau. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Dass einst die Herren von Schloss Übigau auf der Dachterrasse den Blick in Richtung Altstadt schweifen ließen, ist heute kaum noch vorstellbar. Denn von einer Terrasse auf dem Dach ist keine Spur mehr. Im Inneren des Schlosses jedoch haben die Freien Restauratoren Meißen, allen voran Restaurator Martin Lehmann, jede Menge Spuren gefunden, die Aufschlüsse über die Baugeschichte des Hauses geben.

Zeitreise in die Vergangenheit

Am Tag des offenen Denkmals öffnete sich das Schloss nach langer Zeit für Besucher und diese konnten die Spuren der vergangenen Jahrhunderte mit eigenen Augen entdecken. Das Erdgeschoss und erste Obergeschoss konnten besichtigt werden. Das ließen sich viele nicht zweimal sagen. Zum Eröffnungsgrußwort von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) platzte der Saal im ersten Obergeschoss aus allen Nähten, so viele Interessierte waren gekommen. Anschließend erklärte Restaurator Lehmann die Ergebnisse der Untersuchung, die zwischen März und Mai dieses Jahres stattgefunden hatte.

Sowohl Schriftstücke als auch das Haus selbst gaben Aufschluss über die baulichen Veränderungen. Um 1725 ließ Jacob Heinrich Graf von Flemming Schloss Übigau samt besagter Dachterrasse errichten. Die Fassaden wurden damals in einem Wechsel von Weiß und Gelb gestaltet. 1726 kaufte August der Starke das Schloss im Stil einer italienischen Villa. Wie die Forschungen der Restauratoren ergaben, nahm dieser allerdings keine nennenswerten Baumaßnahmen vor.

Die Dachterrasse verschwindet

Erst als das Schloss um 1733 erneut den Besitzer wechselte und Alexander Joseph von Sulkowski der Besitzer wurde, kam wieder Bewegung in die Baugeschichte. Dieser ließ das Dach umbauen, und damit war die Dachterrasse Geschichte. „Es ist annehmbar, dass es immer wieder zu Wasserschäden kam und das Dach deshalb umstrukturiert wurde“, erklärt Lehmann. Außerdem stammen figürliche Malereien im Erdgeschoss aus dieser Zeit, welche sich die Besucher aus nächster Nähe anschauen konnten.

Klicken Sie sich durch unsere Eindrücke des sanierungsbedürftigen Schlosses Übigau und des sonst verschlossenen Eliasfriedhofes.

Bis 1918 veränderte sich am Schloss Übigau nicht viel, bis es schließlich zum Verwaltungsgebäude umfunktioniert worden ist. Für diese Nutzung mussten etliche Trennwände eingebaut werden. Seit 1991 steht das Haus nun leer und der damalige Eigentümer kümmerte sich nicht um den Erhalt des Hauses. Seit diesem Jahr gehört das Schloss Übigau jedoch der Bertram Grundbesitz GmbH Co. KG. Die neuen Eigentümer wollen das Haus komplett sanieren. An einem neuen Nutzungskonzept wird derzeit gearbeitet.

Grabmäler aus längst vergangenen Tagen

Im gesamten Stadtgebiet ließen sich an diesem sonnigen Sonntagnachmittag Denkmäler besichtigen. Auch der Eliasfriedhof nahe des Sachsenplatzes öffnete seine Pforten. Dort werden derzeit die Gitter der Grüfte restauriert. Das und bereits überarbeitete Grabstätten erkundeten die Besucher bei Führungen oder auf eigene Faust. Im kommenden Jahr findet der Tag des offenen Denkmals voraussichtlich am 8. September statt.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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