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Dresdner Zigarettenhersteller F6 wehrt sich gegen Schockbilder

Dresdner Zigarettenhersteller F6 wehrt sich gegen Schockbilder

Seitdem die EU-Kommission mit ihrer Forderung nach Schockbildern auf Zigarettenschachteln herausrückte, protestiert die Tabakbranche. Auch der Hersteller von F6, der letzten namhaften Ostzigarette, fürchtet um Absatz und Arbeitsplätze.

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Zigaretten verursachen tödliche Lungenkrankheiten - In der EU wird über Schockbilder auf Zigarettenschachteln diskutiert.

Quelle: US-Regierung

Der Betriebsrat der F6 Cigarettenfabrik Dresden hat sich nun schriftlich an das EU-Parlament gewandt.

"Durch den Entwurf der Tabakprodukt-Richtlinie mit seinen weitreichenden Verboten sehen wir Arbeitsplätze gefährdet", heißt es in dem Schreiben, das der Leipziger Volkszeitung vorliegt. "Tabakprodukte müssen reguliert werden", so der Betriebsrat, "aber was nun von der EU vorgeschlagen wird, empfinden wir als völlig überzogen und nicht zielführend."

Das sieht der sächsische Europaabgeordnete Hermann Winkler (CDU) ebenso: "Während mit großem Getöse Schockbilder auf Zigarettenschachteln vorgeschrieben und Mentholzigaretten verboten werden sollen, fördert die EU weiterhin den Tabakanbau in bestimmten Regionen." Denn in einer speziellen Verordnung genehmigt die EU Spanien staatliche Zuschüsse für den Tabakanbau auf den Kanarischen Inseln. "Eine schlüssige und sinnvolle Politik kann ich in solchen Entscheidungen nicht erkennen", so Winkler.

Die Zigarettenmarke F6 gehört zur Altria Group, die bis 2003 Philip Morris Companies hieß. F6-Zigaretten werden in der unter Denkmalschutz stehenden Zigarettenfabrik Jasmatzi in Dresden-Striesen hergestellt. Ende 2012 nahm der Konzern die Dresdner Zigaretten bis auf die Marke "f6 Original" vom Markt und ersetzte sie durch die Marke Chesterfield. F6 hält rund 18 Prozent Anteil am ostdeutschen Zigaretten-markt sowie rund 3,5 Prozent Marktanteil in ganz Deutschland.

Der Entwurf der neuen EU-Richtlinie sieht vor, die Warnhinweise auf Zigarettenverpackungen zu vergrößern und durch Bilder zu ergänzen, um Verbraucher vom Rauchen abzuschrecken. Die Branche warnt indes vor deutlich negativen wirtschaftlichen Folgen für Europa und Deutschland.

Laut einer Studie der Beraterfirma Roland Berger im Auftrag des Konzerns Philip Morris International gefährden die Pläne 175 000 Arbeitsplätze in Europa, hinzu komme ein möglicher Steuerausfall von bis zu fünf Milliarden Euro. Die Dresdner Zigarettenfabrik beschäftigt 400 Mitarbeiter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2013

Christine Keilholz

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