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Dresdner Wohnungsnotfallhilfe legt Statistik für 2017 vor – Fallzahlen leicht gesunken

Beratung seit 25 Jahren Dresdner Wohnungsnotfallhilfe legt Statistik für 2017 vor – Fallzahlen leicht gesunken

Vor 25 Jahren hat die Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks in Dresden ihre Arbeit aufgenommen. 38 wohnungslose oder von Wohnungsnot bedrohte Menschen wandten sich 1992 an die zwei Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten ist mittlerweile auf 14 gestiegen. Und auch die Fallzahlen haben sich im vergangenen Vierteljahrhundert deutlich verändert.

Ein eigener Wohnungsschlüssel ist für viele Betroffene Wunschvorstellung.

Quelle: dpa-tmn

Dresden. Vor 25 Jahren hat die Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks in Dresden ihre Arbeit aufgenommen. 38 wohnungslose oder von Wohnungsnot bedrohte Menschen wandten sich 1992 an die zwei Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten ist mittlerweile auf 14 gestiegen. Und auch die Fallzahlen haben sich im vergangenen Vierteljahrhundert deutlich verändert. Das zeigt die Statistik für 2017, die die Beratungsstelle am Donnerstag vorgestellt hat.

Wie viele Personen wurden im vergangenen Jahr in der Wohnungsnotfallhilfe beraten?

Insgesamt wandten sich 1079 Hilfesuchende an die Beratungsstelle. Das sind 38 weniger als im Jahr 2016. „Die Zahlen stagnieren seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau“, sagt der Leiter der Wohnungsnotfallhilfe, Michael Schulz. 32,6 Prozent der Hilfesuchenden waren Frauen, die Mehrheit – 93 Prozent – ist alleinstehend und beim ersten Beratungsgespräch erwerbslos (71,9 Prozent). Die größte Personengruppe stellten auch 2017 die 21- bis 40-Jährigen mit 55,6 Prozent dar.

Wer kann die Hilfe in Anspruch nehmen?

Hilfe erhalten nicht nur Menschen, die nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen, sondern auch Personen, die von Wohnungsnot bedroht sind, etwa wenn sich Mietschulden anhäufen oder eine Räumungsklage droht – und zwar ungeachtet ihrer Nationalität, Weltanschauung oder Lebensform. Das gilt auch für Menschen, die bei Freunden oder Bekannten untergekommen sind. Das waren 2017 259 Personen in der Beratungsstelle. „Sie leben in ständiger Unsicherheit, wo sie am nächsten Tag schlafen können und haben keine langfristige Perspektive“, erklärt Schulz. Um deutlicher zu machen, dass sich nicht nur Wohnungslose an das Diakonische Werk wenden können, wurde die Wohnungslosenhilfe im vergangenen Jahr in Wohnungsnotfallhilfe umbenannt.

Wie viele Wohnungslose gibt es in Dresden?

Darüber gibt es keine eindeutigen Zahlen. Belegt ist lediglich, dass im vergangenen Jahr 98 Personen Kontakt zur Wohnungsnotfallhilfe gesucht haben, die wohnungslos sind oder waren. „Die Dunkelziffer ist deutlich höher“, wie Schulz sagt.

Wie kann die Wohnungsnotfallhilfe helfen?

Die Sozialarbeiter an der Mohnstraße 43 prüfen jeden Fall individuell, stellen beispielsweise Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum Sozialamt her und sind in Verbindung mit Vermietern, um geeigneten Wohnraum zu finden. Im vergangenen Jahr konnten die Mitarbeiter 414 Personen ein Einkommen und 138 Menschen den bedrohten Wohnraum sichern. In 83 Fällen konnte eine neue Wohnung, für 77 Personen eine vorübergehende Unterkunft vermittelt werden. „Mit dem Ambulant Betreuten Wohnen bieten wir auch Begleitung an, nachdem eine neue Wohnung gefunden worden ist, damit diese nicht sofort wieder gekündigt wird“, so der Leiter der Wohnungsnotfallhilfe. Zum Angebot gehört zudem eine Kleiderkammer, eine Selbsthilfegruppe und der Treffpunkt „Schorsch“.

Muss man die Beratungsstelle aufsuchen, um Hilfe zu bekommen?

Nein. Seit zwei Jahren sind Sozialarbeiter im Rahmen des Projekts „Mensch, komm mit“ auf den Straßen der Stadt und in Nachtcafés unterwegs, um Menschen zu finden, die Rat und Begleitung benötigen, aber nichts von der Wohnungsnotfallhilfe wissen. 184 Kontakte sind dabei 2017 entstanden, ein Drittel von ihnen lebt auf der Straße, mehr als die Hälfte hat keine eigene Wohnung. „In allen Fällen gilt: Je länger man wartet, bis man sich Hilfe sucht, umso schwerer wird es. Wir sind bereits ansprechbar, wenn die ersten Mietschulden auftreten oder der Energieversorger Mahnungen schickt“, macht Schulz deutlich.

Kontakt: Wohnungsnotfallhilfe, Mohnstraße 43, Tel.: 80 38 728, Mail: wohnungsnotfallhilfe@diakonie-dresden.de, Internet: www.diakonie-dresden.de, Öffnungszeiten: Montag und Freitag 8 bis 14 Uhr, Mittwoch 8 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung

Von Christin Grödel

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