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Lokales Dresdner Wissenschaftler enträtseln den ersten Eindruck
Dresden Lokales Dresdner Wissenschaftler enträtseln den ersten Eindruck
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13:42 03.09.2016
Prof. Dr. Daniel Leising Quelle: Ania Schneider
Dresden

Wissenschaftler der TU Dresden suchen für eine Studie zum Thema „Der erste Eindruck zählt – Mythos oder Wahrheit?“ deutschlandweit 5400 Teilnehmer für eine Online-Befragung. Das Forscherteam der Professur Diagnostik und Intervention unter Leitung von Prof. Dr. Daniel Leising will herausfinden, wieviel tatsächlich von den ersten Sekunden der Begegnung mit einem anderen Menschen abhängt.

Den Teilnehmern werden zehn kurze Videos mit Probanden vorgeführt, die alle denselben Situationen ausgesetzt worden sind. Zu jedem Video müssen die Teilnehmer drei Dutzend Fragen beantworten.

Leising zufolge entstehen Eindrücke sehr schnell. Man könne sich oft nur schwer wieder davon freimachen. „Wir tendieren dazu, unseren ersten Eindruck zu überschätzen und glauben oft zu Unrecht, dass andere den gleichen Eindruck von einer Person haben wir wir selbst“, sagte der Wissenschaftler im Gespräch mit den DNN.

Besonders spannend ist für Leising die Frage, wie es Menschen gelingt, anderen etwas vorzuspielen. Heiratsschwindler beispielsweise könnten eine Fassade perfekt kultivieren, so dass ihnen andere auf den Leim gehen. „Auch US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump schafft es offenbar, seine Anhänger Glauben zu machen, dass er der tatkräftige Kämpfer für die Armen und Entrechteten ist“, betonte der Wissenschaftler. Gleichzeitig scheine es so zu sein, dass er die Unwahrheit sagt und von Politik nicht wirklich etwas versteht. „Dieses Zusammenspiel von Schaumschlägerei und Leichtgläubigkeit haben wir wissenschaftlich noch nicht gut verstanden.“ Die Erkenntnisse aus der Online-Befragung haben Leising zufolge enorme Auswirkungen in der Praxis. Als Beispiele nannte er die Klinische Diagnostik, die Partnersuche, aber auch die Bildungsempfehlungen, die Kinder vor dem Wechsel aufs Gymnasium oder an die Oberschule erhalten. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird mit 160 000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Von Katrin Richter

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