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Lokales Dresdner Wirtschaft dampft in Sachsen vornweg
Dresden Lokales Dresdner Wirtschaft dampft in Sachsen vornweg
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09:01 07.02.2018
Das größte Risiko der wirtschaftlichen Entwicklung sehen die Firmen des IHK-Bezirks Dresden im Fachkräftemangel. Quelle: LAG der IHK Sachsen
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Dresden

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Dr. Detlef Hamann, bemüht das Bild von der Lokomotive, wenn er über die Wirtschaftsleistung „seiner Kammer“ im Sachsenvergleich spricht. Und die wichtigsten Zahlen geben ihm Recht. Zum Beispiel der Maschinenbau: Während für den Freistaat ein Wachstum um 4,7 Prozent gemeldet wird, legen die Firmen im Kammerbezirk saubere 8,3 Prozent hin. „Und die kommen vor allem aus dem oft schlecht geredeten ländlichen Raum“, sagte Hamann den DNN. Denn während in der Landeshauptstadt magere 0,5 Prozent zu Buche schlagen, sind es in Bautzen 14 und in Görlitz sogar 21,7 Prozent Plus.

„Für die Stadt Dresden“ , ist sich der Kammerchef sicher, spiele trotz der Umsatzbringer wie Theegarten Pactec oder Elbe Flugzeugwerke (EFW) und der Chipindustrie das Auf- und Ab in der Mikroelektronik-Branche eine Rolle. „Das kann schnell wieder anders werden“. In der Lausitz punkten seiner Ansicht nach natürlich Siemens und Bombardier, aber zum Beispiel auch die EFW-Töchter in Kodersdorf.

So wie im gesamten Freistaat führt auch im Kammerbezirk Dresden vor allem die steigende Nachfrage aus dem Ausland dazu, dass die Beurteilung der Geschäftslage ein neues Allzeithoch erreicht: 67 Prozent aller befragten Unternehmen bewerten ihre Lage als gut, nur vier Prozent als schlecht. Dass bei den Prognosen mehr Zurückhaltung waltet – nur ein Drittel glaubt, es könnte noch besser werden – , kann Hamann gut verstehen: „Seit acht Jahren gibt es bei der Konjunktur immer nur einen Weg: den nach oben. Bei Unternehmern macht sich inzwischen eine leichte Skepsis breit. Sie fragen: ,Kann das immer so weitergehen?’“. Allerdings sprächen alle Eckdaten dafür, dass der Boom keineswegs am Ende sei – anziehende Investitionen, Auftragseingänge und anhaltende Nachfrage sorgen für Zuversicht. Auch Digitalisierung und der ungebrochene Bauboom legten weiteres Wachstum nahe. Der Präsident der IHK Chemniz, Franz Voigt, antwortete auf die Frage nach dem erwartbaren zyklischen Verlauf der Konjunktur denn auch ganz ungerührt: „Ich glaube, das ist vorbei. Ich glaube, Unternehmer sind inzwischen bessere Bewerter als die Prognosen der Wirtschaftsinstitute.“

Doch bei allem Optimismus haben auch die Dresdner Firmen massive Probleme. Zum wichtigsten ist inzwischen der Fachkräftemangel aufgestiegen: Fast 63 Prozent der Befragten sehen hier die größten unternehmerischen Risiken. Firmen, die wegen immer prallerer Auftragsbücher die Produktion erweitern müssten, sehen beim Personal schwarz. Die steigenden Arbeitskosten (Löhne, Rohstoffe, Energie) sowie Bürokratie, Abgabenlast und das Russlandembargo gehören ebenso zu den Faktoren, die den Konjunkturzug bremsen könnten, erklärte Hamann. Die Betriebe im Kammerbezirk bemängeln auch die oft völlig unzureichende Breitbandanbindung sowie die Verkehrssituation – insbesondere die auf der Autobahn 4. Allerdings sehen alle sächsischen Kammerchefs die neue Landesregierung auf einem guten Weg, diese Probleme anzugehen.

In der Landeshauptstadt behaupten sich der Umfrage zufolge vor allem Industrie, Bauwirtschaft, Dienstleistungsbranche und Einzelhandel überdurchschnittlich gut. Industrie, Bau und Handel sind auch am zuversichtlichsten, was die Entwicklung der nächsten Monate angeht. Allerdings sehen hier mit 66 Prozent noch mehr Befragte als im Kammerbezirk (63 Prozent) ein hohes Risiko im Mangel an Fachkräften.

Der aktuelle Konjunkturbericht der sächsischen Industrie- und Handelskammern zum Jahresauftakt 2018 wurde am Montag in Dresden vorgestellt. 1800 Firmen wurden befragt.

Von Barbara Stock

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