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Lokales Dresdner Weltreisende sind zurückgekehrt und produzieren einen Film über ihre Tour
Dresden Lokales Dresdner Weltreisende sind zurückgekehrt und produzieren einen Film über ihre Tour
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Daniel Rintz und Josephine Flohr haben jahrelang auf ihren Motorrädern die Welt erkundet.  Quelle: PR
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Dresden

 Von der afrikanischen Wüste bis in die eisigen Weiten Alaskas über die Millionenstädte Chinas bis in die Einsamkeit des australischen Outbacks – das Paar Daniel Rintz und Josephine Flohr hat fast schon jeden Winkel der Erde mit ihren Zweirädern erkundet. Jetzt sind sie nach drei Jahren von ihrer mittlerweile zweiten Tour nach Dresden zurückgekehrt. 160.000 Kilometer Asphalt, Schotter und Matsch liegen hinter ihnen. Doch stehen bleiben wollen die beiden nicht. Im kommenden Jahr soll eine Dokumentation über ihre Tour erscheinen. Dafür sammeln die Weltenbummler nun Geld mit einer Crowdfunding-Kampagne, die in den kommenden Tagen starten wird.

Die Geschichte von Josephine und Daniel scheint tatsächlich dem Skript eines Films entsprungen. 2010 trafen sich beide erstmals in Bangkok. Er saß bereits seit tausenden Kilometern auf dem Sattel seiner Enduro. Sie schloß sich ihm an. Während einer viermonatigen Tour durch Südostasien lernten sich die Geographin und der Filmemacher kennen und lieben. Seitdem fahren sie mit Unterbrechungen gemeinsam durch die Welt und führen ein für viele unvorstellbares Leben im Sattel ihrer BMWs. Sie schlagen sich durch, frieren, schwitzen, knüpfen Kontakte zu Einheimischen, Arbeiten, wenn das Geld ausgeht, immer in der Gewissheit, dass ihre Boxermotoren sie irgendwie weiter tragen.

„Das wichtigste ist die Entscheidung loszufahren. Danach ergibt sich alles von selbst. Wir sind schon vor unseren Motoradtouren jeder für sich viel gereist. Das schafft Vertrauen in die Menschheit“, erklärt Josephine. Doch Probleme hatten die beiden auch bei ihrer vergangenen Tour, die durch die Länder Nord- und Südamerikas und Afrikas führte immer wieder: „Wir waren auf dem Weg nach „Deadhorse“ der nördlichsten per Straße erreichbaren Siedlungen in Alaska. Die Straße ist für Motorradfahrer nur vor dem ersten Schnee befahrbar. Da ging das Getriebe von Josephines Maschine kaputt. Die Reparatur kostete einen vierstelligen Betrag. Dennoch haben wir es rechtzeitig geschafft“, erinnert sich Daniel.

Äußerst halsbrecherisch erscheinen Routen durch instabile Länder in Afrika, wie den Kongo und Angola. Hier sahen sich die Weltreisenden Auge in Auge mit Bürgerkrieg, Elend und Kindersoldaten. „Aber es gibt auch andere Orte – etwa Kolumbien. Hier erleben die Menschen nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Repression im Bürgerkrieg endlich Freiheit. Ganze Familien steigen in ihre Autos, erkunden ihr Land und nutzen die neuen Möglichkeiten. Die Menschen sind freundlich und freuen sich über jeden fremden Besucher“, sagt Josephine.

Hunderttausende Kilometer legten Josephine Flohr und Daniel Rintz auf ihrer Weltreise zurück.

Einer der Lieblingsorte des Paares: Kuba. Wobei sie hier gar nicht mit dem Motorrad unterwegs waren. Das Verschiffen der Maschinen wäre zu teuer gewesen. „In Kuba findet das gesamte Leben in der Gemeinschaft statt. Wir haben uns beide ein wenig an unsere Kindheit in der DDR erinnert gefühlt“, erinnert sich Daniel und fügt hinzu, „trotz dem Magel, der in diesem Land herrscht, sind die Grundpfeiler menschlichen Lebens Essen, Bildung, Wohnung und Arbeit für jeden vorhanden. Einerseits beneiden wir die Menschen dort, andererseits würden wir nicht länger in Kuba leben wollen.“

Denn ihre eigentliche Heimat ist die Straße und die Sitze ihrer Motorräder. „Das Motoradfahren ist für uns die beste Art zu reisen. Nirgends ist man den Elementen so ausgesetzt. Kein Gefährt kombiniert dieses große Gefühl der Freiheit mit dem Dahingleiten auf der Straße. Es ist einfach die reduzierteste Art motorisiert unterwegs zu sein“, erklärt Daniel.

Dennoch sind die Globetrotter froh, wieder in Dresden zu sein. „Wir haben es erst nach der Rückkehr in unsere Wohnung realisiert, aber die Privatsphäre hat uns doch sehr gefehlt“, sagt Josephine. Momentan sind Fernweg, Reiselust und Entdeckungsdrang gestillt. Doch dauerhaft werden es die beiden nicht in Dresden aushalten: „Es gibt einige Länder, die wir noch nicht bereist haben - etwa Japan oder die Mongolei.“

Informationen über die Tour und die Crowdfundingkampagne zum Film gibt es auf www.open-explorers.com

Von Hauke Heuer

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