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Lokales Dresdner Verein Mission Lifeline ab September im Mittelmeer unterwegs
Dresden Lokales Dresdner Verein Mission Lifeline ab September im Mittelmeer unterwegs
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11:15 15.08.2017
Die Dresdner Seenotretter übernehmen die „Sea-Watch 2“ und schicken Sie ab September als „Lifeline“ ins Mittelmeer.   Quelle: Mission Lifeline
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Dresden

 Der Dresdner Verein „Mission Lifeline“ hat angekündigt, sich ab September an der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Das Schiff sei nun gekauft, teilte der Verein mit. Entgegen der ursprünglichen Pläne schicken die Dresdner aber kein neues Schiff vor die libysche Küste. Stattdessen wurde dem Verein „Sea-Watch“ ein Schiff abgekauft.

„Sea-Watch“ stelle gerade ein neues Schiff in Dienst, berichtet Axel Steier, Vorsitzender von Mission Lifeline. Die Dresdner übernehmen daher das Boot, das „Sea-Watch“ sonst nicht mehr hätte betreiben können. 32 Meter lang ist die künftige „Lifeline“, die Mitte September zum ersten Einsatz auslaufen soll. 19 Mann umfasst die geplante Besatzung. Ziel ist die Erste Hilfe auf See, so Steier. Die Dresdner arbeiten dabei eng mit zwei spanischen Organisationen zusammen, die sich vor allem um die Schnellbote an Bord kümmern. Das mindere auch ein wenig den Kostendruck.

Wie teuer das neue Dresdner Schiff war, will Steier nicht verraten. Die bisher gesammelten 195.000 Euro seien für Kaufpreis und Erstausrüstung aber nahezu vollständig weg. „Das Nötigste“ sei bezahlt. Es seien aber weitere Spenden nötig, unter anderem für 1000 benötigte Rettungswesten, teilte der Verein mit. Zudem brauchen die Dresdner für den Unterhalt des Schiffes künftig jeden Monat rund 20.000 Euro.

Aufgrund von Sicherheitsrisiken hatten andere Initiativen zuletzt ihr Engagement zurückgefahren. Nachdem die libysche Marine ausländische Schiffe ohne eine besondere Erlaubnis nicht mehr die Küste des Landes anfahren lassen will, hatte unter anderem „Ärzte ohne Grenzen“ seine Rettungseinsätze ausgesetzt. Zudem gibt es Berichte, die libysche Küstenwache schieße auf Seenotretter.

Die Dresdner wollen trotzdem jetzt aufbrechen, auch um die entstehenden Lücken zu füllen. „Trotz der zunehmenden Kriminalisierung von privaten Seenotrettungs-Organisationen durch die Europäische Union und ihrer Staats- und Regierungschefs und die immer skrupelloser auftretende libysche Küstenwache, lassen wir uns nicht von der Pflicht abbringen, Menschenrechte und internationales Seerecht im Mittelmeer zu verteidigen“, sagt Vereinschef Steier.

Die Aktionen der Seenotretter sind umstritten. Für die einen sind sie diejenigen, die vor Ort Menschen vor dem Ertrinken retten, da viele Flüchtlinge auf völlig seeuntauglichen Booten aufs Mittelmeer geschickt werden. Andere werfen ihnen vor, mit ihrer Arbeit den Schlepperbanden das Leben leicht zu machen. Auch die Dresdner Initiative sah sich diesen Vorwürfen bereits ausgesetzt. Unter anderem prüfte die Staatsanwaltschaft den Verdacht der Schleusung, stellte die Ermittlungen aber nach kurzer Zeit wieder ein.

Mit neuen Ermittlungen rechnet Mission Lifeline nicht. Zum einen betont der Verein, dass er sich strikt an das Seerecht halte. Zum anderen sei die „Lifeline“ gar nicht dafür ausgelegt, größere Flüchtlingsgruppen nach Europa zu bringen, verweisen die Seenotretter auf ihr Ziel Erste Hilfe.

Von S. Lohse

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