Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner Urania macht zum Jahresende dicht
Dresden Lokales Dresdner Urania macht zum Jahresende dicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:44 09.09.2015
Urania-Chef Ralf P. Krämer hält das letzte Programm in der Hand. Am 31. Dezember löst sich der Verein auf. Quelle: Anja Schneider

DNN fragten Ralf P. Krämer (65), den langjährigen Vorsitzenden, wie es dazu kommen konnte.

Zunächst: Es gibt ja zwei Urania-Vereine in Dresden - die Urania-Gesellschaft zur Vermittlung wissenschaftlicher Kenntnisse und das Urania-Vortragszentrum. Warum? Und worin unterscheiden sich die beiden Vereine?

Das hängt mit der Geschichte der Urania zusammen. Beide Vereine sind 1990/91 aus der ehemaligen DDR-Urania hervorgegangen. Es gab unter ihrem Dach in Bezirksstädten wie Dresden die sogenannten Urania-Vortragszentren, die öffentliche Vorträge veranstaltet haben. Und dann hatten wir bis in die Stadtbezirke hinunter fachbezogene Strukturen. Ich bin beispielsweise in der Sektion Astronomie und Raumfahrt der Urania gewesen. Nach der Wende hat sich dann das Urania-Vortragszentrum abgespalten und einen eigenen Verein gegründet, der gleichfalls bis heute besteht. Beide Vereine bieten populärwissenschaftliche Vorträge und auch Bildungsreisen an. Nur bei uns angesiedelt sind der Science-Fiction-Club und die Sprachclubs.

Der Stadtverband ist finanziell am Ende. Wie hoch sind die Verbindlichkeiten?

Sie liegen bei 8000 Euro. Von der letzten Fahrt ist ein Teil der Hotelrechnung noch offen und die gesamte Busmiete von 4700 Euro. Der Stadtverband wird sich Ende Dezember auflösen.

Warum ist der Urania-Stadtverband in solche finanzielle Schwierigkeiten geraten, dass er dicht machen muss?

Da gibt es mehrere Gründe. Einer ist zweifellos die große Konkurrenz. Es gibt 3700 Vereine in Dresden. Auf dem Reisesektor mischt ein bestimmtes Unternehmen den gesamten Reisemarkt auf. Da leiden auch andere Firmen drunter. Dritter Grund: Unsere Stammkunden, die in den 1990er Jahren regelmäßig an unseren Reisen teilgenommen haben, hatten noch eine gute Rente. Bei der nachfolgenden Generation ist die Rente etwas schmaler, so dass die Interessenten nicht mehr an jeder Fahrt teilnehmen. Ähnlich sieht es bei den Englisch-Kursen aus. Viele Leute, die nach der Wende Englisch brauchten, haben es sich inzwischen angeeignet. Das Einzige, was noch halbwegs gut lief, waren die Englisch-Clubs. Das hat uns finanziell noch etwas über Wasser gehalten. Ich muss dazu sagen, dass wir so gut wie keine Fördermittel bekommen haben. Wir hatten stellenweise einen Jahresumsatz von 145 000 Euro - alles selbst erwirtschaftet. Das ist in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen. Jetzt sind wir bei 70 000 Euro. Damit sind wir in einer Situation, wo wir finanziell nicht mehr weiter können.

Welche Veranstaltungen können denn weitergeführt werden?

Die Englisch-Clubs gehen in den Johannstädter Kulturtreff über, der Science-Fiction-Club TERRAsse wird sich voraussichtlich der Prohliser Palitzsch-Gesellschaft anschließen. Die Weichen sind gestellt. Die Urania-Akademie Medizin wird direkt bei der Seniorenakademie weitergeführt.

Wie lange sind Sie selbst schon bei der Urania?

Ich bin eigentlich von Haus aus Physiker, war 18 Jahre an der Sächsischen Landesbibliothek, davon die letzten fünf Jahre vor der Wiedervereinigung stellvertretender Bibliotheksdirektor. Ich musste natürlich nach der Wende gehen, hab dann als Versicherungsmakler neu begonnen, hatte 1992 für zwei Jahre eine ABM-Stelle bei der Urania, war seit 1994 Geschäftsführer. Zu dieser Zeit haben wir angefangen, Bildungsfahrten zu veranstalten, die Englisch-Clubs gegründet und den Urania-Science-Fiction-Club integriert. Vor vier Jahren bin ich dann zum Vorsitzenden gewählt worden.

Wieviele Mitglieder hat der Stadtverband früher gezählt, wieviele sind es heute?

Vor fünf Jahren hatten wir noch 140 Mitglieder, heute sind es weniger als 70. Dabei haben wir versucht, die Beiträge und Eintrittspreise sozialverträglich zu halten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.11.2014

Katrin Richter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Wogen schlugen hoch am Montagabend in der konstituierenden Beratung des neuen Prohliser Ortsbeirates. Der Bürgersaal konnte die in Scharen herbeigeeilten Einwohner mit seinem Potenzial an Sitz- und Stehplätzen nicht fassen.

09.09.2015

Der Fremdsprachenunterricht ist für Dutzende sächsische Gymnasiasten in diesem Schuljahr wieder zu Lotterie geworden. Dabei ging es bisweilen auch recht kurios zu.

09.09.2015

Das Uniklinikum Dresden widmet sich ab sofort auch den „Stiefkindern der Medizin“. Am Mittwoch eröffnete die Klinik das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen.

09.09.2015
Anzeige