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Dresdner Unternehmen "heimgruen" bringt Balkonkasten aus Pappe in Serienreife

Dresdner Unternehmen "heimgruen" bringt Balkonkasten aus Pappe in Serienreife

Das Dresdner Startup-Unternehmen "heimgruen" will Pflanzenfreunde mit einem biologisch abbaubaren Blumenkasten aus recyceltem Papier begeistern. Den Kasten soll es ab dem Frühjahr 2015 in den Größen 60, 80 und 100 Zentimetern geben.

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Erfinder der Pflanzkästen: Burkhard Adam (36/Design), Mathias Röhm (30/Geschäftsmodell, Finanzen), Sebastian Langer (37/Software für Shopsystem).

Quelle: Carola Fritzsche

Ausgeliefert wird er fertig bepflanzt.

Gedacht ist das Angebot für all jene, denen Zeit, Lust oder aufgrund des Lebensalters vielleicht auch die Kraft fehlen, selbst tätig zu werden. Der Unterschied zu anderen Unternehmen, die online bepflanzte Balkonkästen anbieten: Man entsorgt im Herbst den Kasten komplett in der Biotonne, in der Humuswirtschaft oder auf dem Kompost und hat dann nicht nach Jahren zig Plastekästen im Keller. Für ihr Produkt wurde "heimgruen" im Februar mit dem Publikumspreis im Rahmen des Green-Product-Award geehrt. (DNN berichtete).

Allerdings kann man die Pappkästen nicht direkt bei den Dresdner Erfindern erwerben. Sie sind gegenwärtig auf der Suche nach Kooperationspartnern wie Floristen und Gärtnereien, die das Produkt in ihr Sortiment integrieren und die fachmännische Bepflanzung sowie den Vertrieb übernehmen.

"Wir bieten Endhändlern die Möglichkeit, unser Produkt individuell zu verkaufen", erklärt Mathias Röhm. Der Wirtschaftsingenieur gehört neben dem Verkehrsingenieur und Geophysiker Sebastian Langer sowie dem Industriedesigner Burkhard Adam zu den Erfindern der "Raupe", wie die drei den Pappkasten getauft haben.

Liefern wollen sie an ihre Kooperationspartner nicht nur die Pflanzkästen, sondern auch das passende Online-Shop-System, mit dem der Kunde seinen Balkonkasten virtuell nach Lust und Laune bepflanzen und dann bestellen kann. "heimgruen" wittert einen Markt, weil mit diesem Angebot auch Unternehmen aus der grünen Branche die Chance haben, im Internet aktiv zu werden, die diesen Schritt bislang scheuten. Kontakte gibt es momentan zu zehn Firmen, so die Erfinder. "Allerdings kommen die vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg, nicht aus der Dresdner Region", bedauert Mathias Röhm.

Ein Award ist die eine Seite, die Praxistauglichkeit der Erfindung die andere. Dass man ihrem Produkt zunächst mit Skepsis begegnet, sehen die drei jungen Männer gelassen. Denn sie wissen einen namhaften Hersteller von Papp-Produkten hinter sich: das Fasergusswerk aus Polenz. "Wir entwickeln gemeinsam die Fasermischung", erzählt Röhm. Das Fasergusswerk kümmere sich um das Zertifizierungsverfahren, mit dem die umweltfreundliche Herstellung und biologische Abbaubarkeit geprüft wird. "Der Hersteller garantiert auch, dass der Pappkasten tatsächlich eine Gartensaison hält."

heimgruen dagegen hält den Gebrauchs- und den Geschmacksmusterschutz für den Pflanzkasten aus Pappe, bei dem Rundungen und Brücken für Stabilität sorgen, wie Konstrukteur Burkhard Adam erklärt. Durch überlegt positionierte Löcher könne überschüssiges Wasser zügig ablaufen.

Natürlich testen die drei Erfinder ihr Modell auch selbst. An den Fenstern des Büros in der Albertstadt stehen bepflanzte Kästen. Zusätzlich gebe es ein weiteres privates Testgelände. Nach fast sechs Wochen, in denen die Pappkästen feuchte Erde beinhalten, der Witterung ausgesetzt sind und schon mehrmals völlig durchnässt gewesen seien, haben sie nichts an Stabilität eingebüßt. Auch Wasserränder sind nicht zu sehen.

Die Optik ist für die Erfinder ein wesentlicher Punkt. Denn die Kästen sollen sowohl als Einsatz für einen vorhandenen Plastekasten dienen, als auch für sich alleine stehen können. Deshalb soll es die Kästen nicht nur in Pappgrau, sondern auch in anderen Farben geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Catrin Steinbach

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