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Lokales Dresdner Unternehmen Samed ist Weltmarktführer bei medizinischen Trainingsgeräten
Dresden Lokales Dresdner Unternehmen Samed ist Weltmarktführer bei medizinischen Trainingsgeräten
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20:33 09.09.2015
Der technische Leiter Thomas Sparborth erklärt der DNN-Redakteurin Nadine Steinmann wie der EndoUro-Trainer funktioniert. Mit dem Gerät können junge Mediziner das Entfernen von Nierensteinen trainieren. Quelle: Andor Schlegel

Nur im eigenen Land konnte das Unternehmen noch nicht Fuß fassen.

"Qualität, Zuverlässigkeit und Innovation - diese Merkmale waren von Anbeginn der Leitfaden für unser Handeln", erklärt Dr. Klaus Forke, Geschäftsführer des Unternehmens an der Bamberger Straße in der Dresdner Südvorstadt. Gegründet 1992 war die Firma zunächst ausschließlich als Dienstleister im klinischen und ambulanten Bereich tätig, seit 2006 werden verstärkt Geräte entwickelt. Kreativer Kopf hinter den Innovationen ist Dr. Forke selbst, der in den 60er Jahren Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Medizin studierte und bis 1991 unter anderem als Dozent an der TU Dresden lehrte.

Mittlerweile hat Samed drei Trainingsgeräte für minimalinvasives Operieren im Angebot, den Resektionstrainer (Abtragen von Gewebe oder Tumoren in Prostata und Blase), den EndoUro-Trainer (Entfernung von Nierensteinen) und den Laparoskopie-Trainer, mit dem Studenten vom Schnitt bis zur Naht Eingriffe in der Bauchhöhle üben können. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. So kann beispielsweise bei dem Resektionstrainer in einer höheren Stufe ein Trainingssubstrat eingesetzt werden, das Klaus Forke ebenfalls selbst entwickelt hat. Das Substrat ist eine exakt nachgebildete Prostata, eingelagert in einer Dose. "Das war für unsere Firma ein Durchbruch. Wir mussten keine Schweineherzen mehr bestellen und auch hygienisch ist es ein großer Fortschritt", erklärt Dr. Forke. Die Prostata oder auch Blase aus der Dose kann zu den Trainingsgeräten dazu bestellt werden und ist bis zu einem halben Jahr haltbar.

Hergestellt werden die Trainingsgeräte komplett in Deutschland. Die einzelnen Komponenten lässt der 73-jährige Geschäftsführer von Partnerfirmen in Dresden und Umgebung fertigen. Das Unternehmen selbst übernimmt die grundsätzliche Entwicklung, die Endmontage und den Versand.

Mit ihrer Produktvielfalt konnte sich die Dresdner Firma in den vergangenen 20 Jahren einen internationalen Kundenstamm aufbauen. So liefert das Team um Geschäftsführer Forke in insgesamt 15 Länder, unter anderem nach Kanada, in die USA, nach Irland und Australien, aber ebenso nach Taiwan, China und Saudi Arabien. "Darauf sind wir sehr stolz, immerhin sind wir nur ein kleines Unternehmen", so Klaus Forke. Gerade einmal sechs Mitarbeiter zählt die Firma, die im Jahr circa 100 Trainingsgeräte verkauft. Kosten: 3000 Euro pro Stück, für einen kompletten Arbeitsplatz sind knapp 10 000 Euro fällig.

Und wie sieht es mit der Konkurrenz aus? "Trainingsgeräte für laparoskopische Eingriffe gibt es mittlerweile bei vielen Anbietern. Aber mit unseren anderen beiden Geräten sind wir weltweit konkurrenzlos", berichtet der gelernte Elektrotechniker. Mit seinen wenigen Mitarbeitern setzte er 2012 noch 400 000 Euro um, im vergangenen Jahr schon 50 000 Euro mehr. 2014 will er die 500 000 Euro knacken.

Um neue Kunden zu gewinnen, präsentierte sich die Samed GmbH Ende Januar auf der arabischen Gesundheitsmesse. "Dort konnten wir unter anderem einen indischen Händler finden", berichtet Klaus Forke. Auch mit Vertretern aus Saudi-Arabien, dem Irak, Iran und Pakistan gab es Gespräche.

Und was kommt in Zukunft? "Wir haben ein viertes Gerät entwickelt, das wir im April auf dem Europäischen Urologenkongress in Stockholm vorstellen wollen", erzählt Forke und verrät: "Es ist eine völlig neue Technik, um Nierensteine noch einfacher zu entfernen." Außerdem fliegt er Ende Februar nach Doha. Dort will er über den Aufbau eines Trainingszentrums verhandeln. Läuft alles gut, will Forke bald zehn Mitarbeiter beschäftigen.

Kurios: Ausgerechnet in Deutschland bekommt Samed nur schwer einen Fuß in die Tür. Lediglich in Tübingen, Hamburg, Berlin, Knittlingen und Leipzig sind die Dresdner Produkte im Einsatz. "In den Anfangsjahren war ich an zahlreichen deutschen Universitätskliniken zu Gast, um unsere Geräte vorzustellen. Die Ärzte waren alle begeistert, nur getan hat sich am Ende nichts", berichtet der gebürtige Dresdner. Grund sind die schmalen Budgets, die Kliniken für die Ausbildung junger Ärzte bereitstellen.

Nadine Steinmann

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