Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner Uniklinikum präsentiert Flüchtlingslotsen
Dresden Lokales Dresdner Uniklinikum präsentiert Flüchtlingslotsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 16.12.2015
Robert Bitterlich wird ab Januar 2016 als Flüchtlingslotse arbeiten. Quelle: Sebastian Kahnert, dpa
Dresden

Dass es die neue Stelle gibt, ist dem Engagement von Ärzten und Angestellten der Uniklinik zu verdanken. Die taten sich im Oktober zusammen und riefen den "Run and Roll"-Spendenlauf ins Leben: "Wir wollten gemeinsam mit den Dresdnern ein Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität setzen und einen Beitrag leisten, den Zugang zu spezialärztlicher Versorgung für Flüchtlinge zu erleichtern", erklärt Luise Mundhenke aus dem Organisationsteam. Knapp 75 000 Euro kamen dabei zusammen. Geld, das für die Anstellung des so genannten Flüchtlingslotsen genutzt wurde.

Mit dem Spendenlauf „run&roll“ haben die Dresdner am Sonntag 40.000 Euro für den Aufbau einer Notfallambulanz für Flüchtlinge zusammengetragen.

Geworden ist es Robert Bitterlich. Künftig nimmt er sich als Fallmanager der behördlichen und organisatorischen Belange bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen an. Seine Arbeit soll die Stationen und Ambulanzen entlasten. Der gelernte Krankenpfleger und studierte Gesundheitsmanager arbeitet seit mehr als zehn Jahren für das Uniklinikum. In Zukunft wird er sich sowohl um die Kostenerstattung bei den zuständigen Sozial- und Jugendämtern kümmern als auch Zusagen zur Kostenübernahme einholen.

Das befreit die Ärzte von bürokratischen Aufgaben. Entspanntere Ärzte - davon profitieren auch die deutschen Patienten. Darüber hinaus wird Bitterlich Untersuchungs- und Therapietermine für die Flüchtlinge sowie den Einsatz von Dolmetschern koordinieren. Auch nach dem Arztbesuch wird der Flüchtlingslotse als zentraler Ansprechpartner für die Ämter und Behörden dienen. Dadurch werden Asylbewerber schneller an Fachärzte vermittelt, ihre Behandlung vereinfacht.

Die überschaubare Anzahl von bisher ungefähr 2000 ambulant und zusätzlich knapp 600 stationär behandelten Flüchtlingen dürften das Klinikum nicht an seine Kapazitätsgrenzen bringen - bei jährlich mehr als 60 000 stationär und 270 000 ambulant behandelten Patienten. Doch der bürokratische Aufwand nach der Behandlung eines Asylbewerbers ist durch gesetzliche Hürden und Regelungen enorm. Ein standardisiertes Verfahren zur Kostenübernahme gibt es bislang in Sachsen nicht.

Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) versprach gestern, sich in der Koalition weiterhin für eine solche Regelung für den Freistaat einzusetzen. Bisher mussten sich die behandelnden Ärzte selbst um die Rückerstattung kümmern.

Paul Felix Michaelis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Landeshauptstadt Dresden kann die Asylbewerber, die ihr im Dezember zugewiesen werden, ohne Notfallszenarien unterbringen. Das erklärte Stadtsprecher Kai Schulz auf Anfrage der DNN.

16.12.2015

Das Bündnis Dresden für Alle wird nicht an der geplanten Bürgerversammlung mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr teilnehmen. Die Veranstaltung werbe für einen Dialog mit den Bürgern, doch das Bündnis sieht keine Grundlage dafür.

16.12.2015

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Technischen Werke Dresden (TWD). Hilbert wurde gestern Nachmittag einstimmig von den Aufsichtsratsmitgliedern gewählt.

16.12.2015