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Lokales Dresdner Uniklinikum nimmt modernen Hybrid-OP in Betrieb
Dresden Lokales Dresdner Uniklinikum nimmt modernen Hybrid-OP in Betrieb
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16:57 08.01.2018
Prof. Christian Reeps, Leiter des Bereichs Gefäßchirurgie, VTG-Direktor Prof. Jürgen Weitz und Schwester Ines (v.l.) demonstrieren den neuen Hybrid-OP. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

An eine Pressekonferenz rund um einen Operationstisch konnte sich selbst Holger Ostermeyer, Sprecher des Uniklinikums Dresdens, nicht erinnern. Am Montag aber war es soweit. Das lag vor allem daran, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Tisch handelte. Vielmehr kommt in der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie (VGT) seit dieser Woche ein Hybrid-OP zum Einsatz. Hinter dem „wenig aussagekräftigen Begriff“, wie selbst der Medizinische Vorstand Prof. Michael Albrecht findet, verbirgt sich ein modernes System, das den Chirurgen vor allem eine optimale Bildgebung während der Eingriffe ermöglicht.

Dafür sorgt ein Roboter, der seine Arme um den Körper des Patienten rotieren lassen kann und dabei ständig Röntgenbilder auf einen Monitor liefert. „Der Roboter weiß, wo der OP-Tisch steht und der Patient liegt. Seine Bilder dienen als Navigationsgerät für den Operateur, der nun weiß, wo er den Katheter einführen muss“, erklärt Dirk Sunderbrink von der Herstellerfirma Siemens Healthcare.

Katheter ist das Stichwort, denn genutzt wird der Hybrid-OP in erster Linie in der Gefäßchirurgie – also für Eingriffe bei Patienten mit lebensgefährlichen Erkrankungen der Hauptschlagader. Und diese finden immer mehr minimal-invasiv, das heißt, durch kleine Schnitte statt großer Operationsnarben statt. Das ist besonders für ältere Patienten von Vorteil, für die eine offene Operation zu belastend wäre. „Die intelligente Vernetzung moderner Bildgebungsverfahren mit allen anderen Geräten sorgt dafür, dass wir noch präziser, sicherer und schonender operieren können“, erklärt VGT-Direktor Prof. Jochen Weitz, für den die Anschaffung des Hybrid-OPs eine „Revolution und ein riesiger Quantensprung“ ist.

Von dem neuen Gerät sollen künftig auch Krebspatienten profitieren. Der Hauptvorteil: Vom Hybrid-OP geht trotz der qualitativ hochwertigen Bildqualität eine deutlich geringere Strahlenbelastung aus. Da die Eingriffe sehr langwierig und komplex sein können, ist das nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Operateure gut.

Und auch dabei soll es nicht bleiben. Mehrere hundert Patienten jährlich sollen mit der neuen Technologie behandelt werden können, wenn ein zweiter Hybrid-OP im gerade im Bau befindlichen Haus 32 entsteht. Mit der Inbetriebnahme des neuen OP-Zentrums, die im Herbst fristgerecht über die Bühne gehen soll, stehen den chirurgischen Fächern dann 17 hochmoderne Säle zur Verfügung. Insgesamt 130 Millionen Euro – refinanziert von Freistaat – fließen in Bau und Erstausstattung von Haus 32. „Wir werden uns in diesem Jahr also noch öfter sehen“, kündigte Albrecht den Journalisten folglich an.

Von Christin Grödel

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