Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Uniklinik informiert über die Intensivstation

„Keine seelenlosen Apparatemedizin“ Dresdner Uniklinik informiert über die Intensivstation

Als Ute Hinz’ Leben einst am seidenen Faden hing, konnten die Ärzte der Uniklinik sie nur mithilfe einer neuartigen Therapie retten. Bei einem Infoabend am 11.Oktober berichten die 50-Jährige und zahlreiche Ärzte über die Notwendigkeit hochtechnologischer Medizin.

Ute Hinz (links) und Professor Thea Koch (rechts) informieren am 11. Oktober über intensivmedizinische Maßnahmen, die auch Frau Hinz das Leben retten konnten.

Quelle: Pr

Dresden. Das Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ ist eines von wenigen hoch spezialisierten Krankenhäusern, die Patienten mit schweren Formen eines Lungenversagens behandeln können. Dort nimmt auch die Rolle der Intensivmedizin in der stationären Krankenversorgung immer weiter zu. Da diese nach Meinung vieler Mediziner von Laien oft missverstanden wird, wurde die Kampagne „Zurück
ins Leben“ erschaffen. Das Ziel dieser Aktionsreihe ist die Aufklärung,
Motivation und Würdigung der Intensivmedizin.

Denn was über all den Arztfilmen gern vergessen wird: die menschliche Zuwendung und Individualität der Patienten spielen auf der Intensivstation eine wichtige Rolle. Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Dresdner Uniklinikums, veranstaltet deshalb am 11. Oktober ab 18 Uhr eine Infoabend zum Thema „Intensivmedizin – Der Mensch im Fokus“ im Diagnostisch-Internistisch-Neurologischen Zentrum (Haus 27).

„Wir möchten Interessierten die Arbeitsweise und Abläufe auf unserer Intensivstation verständlich darstellen“, erzählt Thea Koch. Sie und weitere Spezialisten erklären an diesem Abend, wie Angehörige den Patienten in dieser Krisensituation helfen können, zeigen aber auch auf, welche seelsorgerischen Hilfsmöglichkeiten den Betroffenen zur Verfügung stehen. Weiterhin wird auch rund um das Thema der anschließenden Rehabilitation und der ambulanten Nachsorge informiert.

An dem Infoabend ist außerdem Ute Hinz als Rednerin zu Gast. Ihr Leben hing einst am seidenen Faden: Selbst das künstliche Koma, in das sie die Intensivmediziner versetzt haben und die damit verbundene künstliche Beatmung reichten nicht aus, um ihre Lungenentzündung in den Griff zu bekommen.

Um das Leben der 50-Jährigen zu retten, nutzten die Anästhesisten die sogenannte „Extrakorporale Membranoxygenierung“, kurz ECMO. Nur zwei Zentren in Sachsen, darunter das Dresdner Uniklinikum mit 35 Fällen im Jahr 2016, bieten diese Therapie an. Denn nach Ansicht der Uni-Ärzte ist es sinnvoll, diese seltene Versorgungsmaßnahme auf wenige Zentren zu konzentrieren. Nach einem abschließenden dreimonatigen Aufenthalt in einer Rehaklinik arbeitet die 50-Jährige heute wieder als Firmenkundenbetreuerin.

Patienten wie Ute Hinz, die unter schwersten Entzündungen leiden, sind nur ein Teil der Patienten, für die im Dresdner Uniklinikum insgesamt 125 Intensivstation-Betten zur Verfügung stehen. Mehr als die Hälfte der Patienten kommt nach großen Operationen – zumeist im Bereich des Brust- und Bauchraums oder des Gehirns – für einige Tage auf eine der Intensivstationen. Ein weiterer Teil der Patienten sind Opfer schwerer Unfälle.

Der Umgang mit einem Angehörigen, der auf der Intensivstation versorgt wird, ist für viele Menschen eine Herausforderung. Deshalb gehört es ebenfalls den den Aufgaben des Pflegeteams und der behandelnden Ärzte, die Besucher zu beraten.

Um Patienten und ihre Angehörigen entsprechend aufzuklären und ihnen Ängste zu nehmen, hat die Klinik eine Broschüre mit dem Titel „Die Intensivstation – ein Wegbegleiter für Angehörige“ aufgelegt, dessen Konzept ebenfalls im Rahmen der Kampagne „Zurück ins Leben“ entstand.

„Viele Menschen verbinden die Intensivstation mit einer seelenlosen Apparatemedizin“, erzählt Thea Koch. „Doch das stimmt so nicht“. Jede Pflegekraft kümmert sich um ein bis zwei Patienten. Dieser recht hohe Personalschlüssel gilt rund um die Uhr.

Nach Ansicht der Intensivmediziner ist die Betreuung auf diesen Stationen so persönlich, wie sie woanders im Krankenhaus gar nicht möglich sei: Hier sei neben den ausgebildeten Pflegekräften ständig auch ein Facharzt präsent. Tagsüber kommen Physiotherapeuten und bei Bedarf weiteres Fachpersonal auf die Station, um die Patienten zu betreuen. So kann auch eine persönliche Beziehung entstehen. Auch Koma-Patienten nehmen Berührungen wahr – deshalb ist der persönliche Umgang ebenso wichtig, wie der Kontakt zu den Angehörigen, betonen die Ärzte und Pfleger.

Was? „Intensivmedizin – Der Mensch im Fokus“, Podiumsdiskussion aus Sicht einer Patientin, ihres Partners sowie aus der Perspektive von ärztlichen und pflegerischen Personal

Wo? Konferenzraum im Diagnostisch-Internistisch-Neurologischen Zentrum (DINZ), Haus 27 des uniklinikums Dresden, Fetscherstraße 74, 1. Etage, Zimmer 1.158

Wann? 11. Oktober 2017, 18 bis 20 Uhr

Von Katharina Jakob

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
24.04.2018 - 09:12 Uhr

Teil VI unserer Serie zum 65-jährigen Vereinsjubiläum: Ein Sachse schießt die Dresdner 1993/94 zum Klassenerhalt und wird dafür verkauft .

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.