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Lokales Dresdner Tierheim erbt viel Geld
Dresden Lokales Dresdner Tierheim erbt viel Geld
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17:15 26.11.2017
Das Dresdner Tierheim tritt ein großes Erbe an. Quelle: Julia Vollmer
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Dresden

Das Dresdner Tierheim darf sich über eine einmalige Zahlung von 330 249,20 Euro freuen. Es handelt sich um eine Erbschaft, die dem Tierheim zu Gute kommen soll. Zum Vergleich: Der Etat für das Tierheim beträgt in diesem Jahr 536 546,90 Euro, davon sind 322 950 Euro für Personalkosten eingeplant. Im nächsten Jahr sind 527 597,37 Euro geplant, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der DNN mit.

Der schwäbische Beamte im Ruhestand Hanspeter H. verstarb 2014 plötzlich und überraschend im Alter von 68 Jahren. Der geschiedene Pensionär wohnte allein in einer Doppelhaushälfte in einer Gemeinde im Speckgürtel von Stuttgart. In seinem Testament bestimmte er, dass das Häuschen verkauft werden soll und das Tierheim der Landeshauptstadt den Erlös erhält.

Wie kam der Beamte, der Schatzmeister des Kleingartenvereins war und zur Kommunalwahl in seinem Heimatort für die SPD kandidierte, dazu, einen Großteil seiner Habe nach Dresden zu geben? Der Verstorbene war bis zu seiner Pensionierung Bediensteter bei einer kleinen Behörde des Freistaats Sachsen und hat nahe bei Dresden gelebt. Wie die Verwaltung mitteilte, hatte er eine Hündin aus dem Tierheim übernommen und war der Arbeit des Tierheims sehr verbunden. Deshalb habe er die Einrichtung in seinem Testament bedacht.

Allerdings musste die Landeshauptstadt einen längeren Rechtsstreit führen, um das Erbe auch antreten zu können. Mittlerweile liegt ein unanfechtbarer Erbschein vor und die Verwaltung kann das 260 Quadratmeter große Grundstück verwerten. Fünf Bieter haben sich auf eine Ausschreibung hin gemeldet, der Höchstbietende will 474 000 Euro für Haus und Grundstück zahlen. Ein Gutachter hatte einen Verkehrswert von 400 000 Euro ermittelt – aber die Preise im Großraum Stuttgart sind noch deutlich heftiger als im Dresdner Umland. Da ein Darlehen noch nicht abgezahlt war, bleiben nach Abschluss des Geschäfts rund 330 000 Euro für das Tierheim.

Die Einrichtung erhält das Geld zusätzlich zu ihrem bereits bestehenden Etat, so die Verwaltung. Das Veterinäramt wird je nach Bedarf über die konkrete Verwendung der Mittel bestimmen. Zum Andenken an den Verstorbenen soll nach Abschluss der Erbschaftsangelegenheit im Foyer des Tierheims eine Erblassertafel angebracht werden, kündigte die Verwaltung an.

So hoch die Summe auch ist, die Landeshauptstadt hat auch schon Nachlässe mit höheren Erlösen erhalten. Mit rund einer Million Euro brachte der Nachlass der verstorbenen Arztwitwe Dora Maria Sprung den bisher höchsten Ertrag. Das Geld wurde für Dresdner Kulturgüter und Denkmäler wie barocke Vasen und Figuren im Blüherpark oder den Neptunbrunnen verwendet. Die Erlöse aus Erbschaften würden starken Schwankungen unterliegen. Größere Erbschaften seien eher nicht der Regelfall, erklärte die Verwaltung.

Über die ordnungsgemäße Verwendung von Nachlässen im Sinne der Verstorbenen wacht das Rechnungsprüfungsamt, das in diesem Zusammenhang regelmäßige Kontrollen durchführt, so die Verwaltung.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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