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Dresdner Tafel will mit neuer Karte Missbrauch verhindern

Passbilder und Stammdaten Dresdner Tafel will mit neuer Karte Missbrauch verhindern

Die Dresdner Tafel hat ihre alten Ausweise ausrangiert. Grund für die Neuerung war der vermehrte Missbrauch der Karten durch die Weitergabe an Dritte.

Tafelchef Andreas Schönherr

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Die Dresdner Tafel hat ihre alten Ausweise ausrangiert. Ab April wurden neue Tafel-Karten in Chipkartengröße verteilt. Grund für die Neuerung war der vermehrte Missbrauch der Karten durch die Weitergabe an Dritte. Tafelchef Andreas Schönherr erklärt gegenüber der DNN aber auch noch andere Vorteile: „ Das Layout mit der Unterschrift der Tafel-Gründerin Edith Franke und später auch meiner Unterschrift schien überholt. Außerdem führte das A6 Format häufig dazu, dass die Kunden die Karte falteten und diese dadurch unlesbar wurde.“

All dem will man mit der neuen Chipkarte aus starkem foliiertem Papier entgegenwirken. Um dem Missbrauch vorzubeugen sind zudem Passfotos auf dem Ausweis Pflicht: „Wir umgehen mit der neuen Tafel-Karte den umständlichen Mehraufwand, Personalausweise oder ähnliches prüfen zu müssen. Mit den Karten können wir einsehen, wer die Zahlung geleistet hat und ob die Person dem Paragraphen 53 der Abgabeordnung entspricht“, erklärt Schönherr, „Neu ist außerdem, dass jede Person aus dem Haushalt die älter als 14 Jahre ist, eine eigene Tafel-Karte bekommt.“

Finanziert wird die neue Tafel-Karte von der Verwaltungsgebühr, die jeder Tafel-Kunde seit 2008 bezahlen muss. „Die Verwaltungsgebühr beläuft sich auf einen Euro im Monat. Mit den Einnahmen bemühen wir uns aber auch Menschen einzustellen, die für die Tafel in den letzten Jahren unverzichtbar geworden sind.“ Mit dem Geld wäre es laut Schönherr möglich, zwei Personen mit Mindestlohn zu beschäftigen.

Das Thema Datenschutz sieht Schönherr nicht als Problem an, da die Kunden sich schon immer mit ihren Personalien ausweisen mussten und die Festangestellten und Freiwillige, die sich um die Verwaltung kümmern, eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben haben.

Die neue Tafel-Chipkarte ist aber nur der Anfang. Wenn es nach Schönherr geht, soll sich in den nächsten Jahren noch einiges in Bezug auf den Verkauf in der Dresdner Tafel tun: „Wir planen Karten die auf der Rückseite mit QR-Codes ausgestattet sind, mit denen man die Stammdaten der Kunden elektronisch einlesen kann. Zudem würden elektronischer Kassen die Verwaltung des Bargeldverkehrs erleichtern“, sagt Schönherr gegenüber der DNN. Zurzeit müssen die Bedürftigen die Kosten ihres Einkaufes noch auf einem A4 Blatt vermerken und dafür unterschreiben.

Unterstützung für das Projekt „elektronische Kassen“ gibt es bislang nicht. Laut Schönherr ist es keine Frage für andere Vereine oder Organisationen. Ein möglicher Partner wäre das Sozialkaufhaus in Dresden, aber dorthin bestehen bisher keine Kontakte.

Von Maraike Mirau

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