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Dresdner TU-Wissenschaftler arbeiten an neuer Stimme für Stumme

Forschung Dresdner TU-Wissenschaftler arbeiten an neuer Stimme für Stumme

Denen helfen, die nicht mehr sprechen können: Das ist erklärtes Ziel eines Forscherteams an der TU Dresden.

Peter Birkholz (r.) und Simon Stone zeigen die mit Hightech gespickte Zahnspange, die eine Kommunikation ermöglicht, wenn nur die Lippen bewegt werden.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Denen helfen, die nicht mehr sprechen können: Das ist erklärtes Ziel eines Forscherteams an der TU Dresden. Seit Anfang 2016 entwickeln Peter Birkholz, Junior-Professor am Institut für Akustik und Sprachkommunikation, und seine Mitstreiter neue Technologien, um Stummen ihre Stimme wiederzugeben. Mit Erfolg. In zwei Jahren könnten erste Erfolge sichtbar werden.

 Im Fokus der Wissenschaftler stehen vor allem Menschen, denen infolge einer Krebserkrankung der Kehlkopf entfernt werden musste und die deshalb keine Stimme mehr haben. „Gemeinsam mit der Dresdner Linguwerk GmbH haben wir überlegt, was man machen kann“, sagt Birkholz. 600 000 Euro Fördermittel vom Bundesforschungsministerium stehen dem Team für innovative Ansätze zur Verfügung. Entstanden ist schließlich eine herausnehmbare, mit Hightech gespickte Zahnspange, die auch dann eine Kommunikation ermöglicht, wenn lediglich die Lippen bewegt werden.

Diese Gaumenplatte ist mit sensiblen Sensoren versehen, die alle Bewegungen beim Formulieren von Wörtern in der Mundhöhle erfassen – beispielsweise ob die Zunge den Oberkiefer berührt oder nicht. „Die Messresultate werden dann auf einen Sprachsynthesizer übertragen“, erklärt Mitarbeiter und Doktorand Simon Stone. Dieses speziell entwickelte Computersystem formt schließlich in Sekundenschnelle die Töne – ohne vorher eingesprochen worden zu sein.

Ein winziger, um den Hals getragener Lautsprecher macht die Stimme der Betroffenen damit in Echtzeit wieder hörbar. Und nicht nur irgendeine Stimme. „Durch individuelle Anpassungen kann sich der Benutzer aussuchen, welche Stimme er haben möchte“, so Birkholz. Ein Regulator, als Ring an der Hand getragen, soll es zudem möglich machen, dem Sprachfluss die richtige Betonung zu geben, um eine künstlich klingende Konversation zu verhindern.

In einem Jahr – so lautet der Plan des Dresdner Forscherteams – sollen am Städtischen Klinikum erste Tests mit Probanden beginnen, in zwei Jahren wollen Peter Birkholz und sein Team die Vorserienreife erreicht haben. Die Linguwerk GmbH optimiert die TU-Prototypen und macht sie praxistauglich.

Aber der Junior-Professor hat den Blick auch schon weiter in die Ferne gerichtet. Eine Idee, die sicher bei genervten Restaurantbesuchern und Straßenbahnpassagieren für Freude sorgen dürfte: tonloses Telefonieren. Entwickelt man die Technologie weiter, könnten auch für die Privatgespräche am Handy nur die Lippenbewegungen genügen. Auch eine stimmlose Steuerung des Smartphones oder der lautlose Sprachbefehl für den Computer wären denkbar. „Das ist noch Zukunftsmusik“, sagt Birkholz. Einen Fördermittelantrag bei Google haben die Dresdner aber zumindest schonmal gestellt.

Von Christin Grödel

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