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Lokales Dresdner Straßenbahnfahrer lösen Ticket für Tram-EM auf Teneriffa
Dresden Lokales Dresdner Straßenbahnfahrer lösen Ticket für Tram-EM auf Teneriffa
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09:50 21.04.2017
Steffen Rosse und Andrea Mende haben sich durchgesetzt. Sie fahren in Begleitung von Fahrlehrer Uwe Kretzschmar am Pfingstwochenende zur Tram-EM nach Teneriffa. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Ein paar Zentimeter kannst Du noch“, ruft Cindy Pietsch aus dem Führerstand der Straßenbahn ihrem Kollegen zu. Wie aufgefordert rückt er das Hindernis noch etwas näher an die Gleise auf dem Betriebshof Gorbitz. Langsam setzt Pietsch, die für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Busse und Bahnen lenkt, ihre Bahn in Bewegung. Sechs Zentimeter Zwischenraum bleiben, als die Bahn am Hindernis vorbeirollt. Das gibt zwar Strafpunkte für die 26-jährige Pietsch, aber noch ist sie im Rennen für die begehrten Tickets zur sechsten Tram-EM Anfang Juni. Genau darum geht es bei der Übung – durch einen Vorentscheid wählen die DVB zwei Fahrer aus, die sich für Dresden mit Straßenbahnfahrern anderer europäischer Städte messen.

Die Tram-EM ist eine Dresdner Erfindung, wurde zum 140. Jahrestag der hiesigen Straßenbahn 2012 auf dem Betriebshof Trachenberge das erste Mal ausgetragen. Insofern ist der Wettbewerb, der inzwischen einem Branchentreffen der europäischen Straßenbahner gleichkommt, bei den DVB immer schon hoch angesiedelt. In diesem Jahr ist das Interesse aber besonders groß, geht es doch vom 2. bis 5. Juni auf die Atlantik-Insel Teneriffa, wo man den zehnten Geburtstag der dortigen Straßenbahn feiert. Das attraktive Reiseziel lockte derart, dass die Teilnehmer am DVB-internen Vorausscheid ausgelost werden mussten, um das Teilnehmerfeld auf handhabbare Größe zusammenzuschrumpfen.

Durch einen Vorentscheid wählen die DVB zwei Fahrer aus, die sich für Dresden mit Straßenbahnfahrern anderer europäischer Städte messen. Wir waren beim Wettkampf mit dabei!

Cindy Pietsch hat also Glück gehabt, dass sie überhaupt im Rennen ist. Die erste Hürde hat sie mit Bravour genommen, ist 50 Meter genau 20 Stundenkilometer gefahren – bei abgeklebten Tacho. Nach dem seitlichen Hindernis verlangt Fahrschullehrer Roland Schwalbe von der jungen Fahrerin, eine auf quer über die Gleise auf Holzpfosten gelegte Latte so weit wie möglich an den Rand zu schieben. Vorsichtig bugsiert Pietsch den Stab mit der Dutzende Tonnen schweren Straßenbahn. „Weiter geht’s nicht“, sagt sie. Drei Zentimeter Spiel misst jedoch Schwalbe aus: Strafpunkte. Dennoch sieht es für die 26-Jährige nach einer guten Platzierung aus, ob es reicht, muss die letzte Aufgabe zeigen: Sie soll aus wenigstens 30 Stundenkilometer schneller Fahrt möglichst knapp vor einer Markierung bremsen. Pietsch reißt das Ziel, ist aus dem Rennen.

Dafür dürfen andere jubeln: Mit Andrea Mende und Steffen Rosse haben sich erfahrene Straßenbahner durchgesetzt. Der 56-jährige Rosse ist seit 26 Jahren dabei, die 49-jährige Mende sogar seit 32 Jahren. „Wir hatten auch schon Jahre, da haben sich junge Teilnehmer qualifiziert“, relativiert Schwalbe das Ergebnis. Für den Wettkampf auf der zu Spanien gehörenden Insel rechnet er mit ähnlichen Aufgaben wie zum Vorentscheid. Vielleicht nützt es den Dresdnern, sich schon einmal unter Wettbewerbsbedingungen erprobt zu haben. Gewonnen haben DVB-Fahrer die Tram-EM noch nie, nur für einen zweiten Platz hat es bei der ersten Auflage schon einmal gereicht.

Von Uwe Hofmann

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