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Dresdner Stadtrat will Radverkehrskonzept im März beschließen

Debatte geht weiter Dresdner Stadtrat will Radverkehrskonzept im März beschließen

Das Radverkehrskonzept soll am 2. März vom Stadtrat verabschiedet werden. CDU-Stadtrat Veit Böhm begrüßt das Konzept, hält aber eine Debatte über die vielen Einzelmaßnahmen für unbedingt erforderlich. „Wir müssen darüber reden, wenn es Folgen für Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer gibt“, fordert er.

Verzicht auf eine Fahrspur zugunsten von Radstreifen? Blick auf die Albertstraße.

Quelle: ttr

Dresden. Das Radverkehrskonzept für die Landeshauptstadt Dresden soll am 2. März vom Stadtrat beschlossen werden. Allein in der Priorität 1 sind in dem Konzept 117 Maßnahmen aufgelistet. Die Kosten dafür betragen rund 11,5 Millionen Euro, wobei mehrere Maßnahmen in die Kostenklasse 5 einsortiert wurden. Was heißt: Finanzierung unklar.

Für den CDU-Stadtrat Veit Böhm, selbst passionierter Radfahrer, sind aber die Kosten gar nicht einmal das größte Problem. „Für mich sind die Auswirkungen des Konzeptes viel entscheidender. Es muss darüber diskutiert werden, welche Folgen auf andere Verkehrsteilnehmer oder auf die Zahl von Parkplätzen die einzelnen Maßnahmen haben.“ Eines der gravierendsten Vorhaben finde sich im Radverkehrskonzept gar nicht wieder – die Albertstraße. Die Bauverwaltung hat angekündigt, die vierspurige Strecke auf zwei Spuren zu verkleinern und dafür breite Radwege auf der Fahrbahn zu markieren. „Teuer ist das nicht. Aber es ist ein massiver Eingriff in das Verkehrssystem dieser Stadt. Das muss öffentlich diskutiert werden.“

Für das Blaue Wunder konstatiert das Radverkehrskonzept eine fehlende Radverkehrsanlage und empfiehlt als mögliche Korrektur: „Streckenhafte verkehrsorganisatorische Maßnahmen“. „Was soll das heißen?“, fragt Böhm, „auch hier muss öffentlich debattiert werden, wie das Blaue Wunder gestaltet werden soll. Breiter wird es schließlich nicht.“ Für die Albertbrücke und die Marienbrücke wird das Fehlen von Rampen vom Elberadweg zu den Brücken festgestellt und der Bau von Radverkehrsanlagen vorgeschlagen – mit Kostenklasse 5. „Auch hier ist zu hinterfragen, wann diese Rampen gebaut werden sollten.“

Grundsätzlich sei das Radverkehrskonzept zu begrüßen, findet Böhm. Aber hinter zahlreichen Formulierungen wie „punktuelle verkehrsorganisatorische Maßnahmen“ oder „verkehrstechnische Maßnahmen“ könnte sich ein Verlust von Fahrspuren und Anwohnerparkplätzen verbergen, glaubt der Stadtrat. „In einer Großstadt gibt es Nutzungskonflikte. Nicht nur bei der Frage, wie Flächen bebaut werden sollen, sondern auch, wie der Verkehrsraum gestaltet und genutzt wird“, weiß Böhm. Er verstehe das Radverkehrskonzept nicht als einen Pauschalauftrag für die Verwaltung, sondern als einen Katalog von Ideen, die vor ihrer Umsetzung auf den Prüfstand gestellt werden sollten, wenn sie gravierende Auswirkungen auf andere Verkehrsträger und Anwohner haben sollten. „Wir müssen uns auf Prioritäten einigen und viele Maßnahmen intensiv anschauen“, fordert Böhm.

Die Debatte dazu sollte in den Gremien des Stadtrats und der Öffentlichkeit erfolgen. Wobei er Strecken wie die Königsbrücker Straße oder die Stauffenbergallee ausdrücklich davon ausnehmen wolle. „Dort ist die Grundsatzentscheidung gefallen. Mir geht es um die vielen kleinen und großen Maßnahmen, die noch nicht konkret gefasst sind“, so Böhm. „Dort erwarte ich ein Mitspracherecht der Gremien.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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