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Lokales Dresdner Stadtrat gibt 500 000 Euro für Tourismus frei
Dresden Lokales Dresdner Stadtrat gibt 500 000 Euro für Tourismus frei
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22:12 26.01.2017
Dresden hofft, mit der Reisemesse Travelmart deutlich bekannter zu werden. Quelle: dpa
Dresden

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit eine halbe Million Euro für die Dresden Marketing GmbH (DMG) freigegeben. Mit den Mitteln soll Dresden in die Lage versetzt werden, sich für die wichtigste touristische Fachmesse „Germany Travel Mart 2018“ zu bewerben. Sollte die Stadt den Zuschlag für diese Messe erhalten, würden rund 1200 Teilnehmer aus über 40 Ländern an die Elbe kommen. Rot-Grün-Rot hatte die Mittel im November 2016 mit dem Haushaltsbeschluss zunächst eingefroren.

Steffen Kaden, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erklärte, die Stadt müsse sich gegen den Rückgang der Touristenzahlen stemmen. „Wir brauchen mehr Mittel für das Stadtmarketing.“ Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit gehe in die falsche Richtung. „Statt aufzustocken, werden Mittel eingefroren. Das behindert die Arbeit der DMG, die Projekte verschieben muss oder gar nicht beginnen kann.“

Kaden forderte, die Tourismuswirtschaft von Bürokratie zu befreien und die Beherbergungssteuer abzuschaffen. Die Stadt müsse Ereignisse schaffen, für die es sich lohne, nach Dresden zu reisen. Der Travelmart könne einen Beitrag dazu leisten, Dresden als attraktives Reiseziel publik zu machen. Die Linken würden ihre eigene Kulturbürgermeisterin Annekathrin Klepsch (Die Linke) bekämpfen, wenn sie gegen die Vorlage stimmen, so Kaden.

Tilo Kießling, finanzpolitischer Sprecher der Linken, widersprach vehement. Die Vorlage stamme gerade nicht aus dem Bereich von Klepsch, sondern komme von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Unsere Bürgermeisterin muss die Tourismusförderung neu ordnen. Da läuft vieles schief, da wird an zu vielen verschiedenen Stellen Geld gebunkert“, erklärte Kießling. Es sei dreist, dass die Tourismusbranche die Hand aufhalte. „Wer etwas kaufen will, muss dafür bezahlen. Aber diese Branche ist der Meinung, dass die öffentliche Hand Werbung bezahlen muss.“ Zweck des Einfrierens der Mittel sei es gewesen, Druck aufzubauen, um zu einer Neuordnung der Tourismusförderung zu kommen.

Die Bestrebungen der Stadtverwaltung, eine Rabattkarte für Dresden anzubieten, haben bisher noch nicht gefruchtet. Wie Klepsch erklärte, habe sich die Stadt zwar für ein Modell entschieden, aber Rechnungsprüfungsamt und Rechtsamt hätten eine Ausschreibung empfohlen. Die entsprechenden Unterlagen würden jetzt im Vergabebüro der Verwaltung liegen, das nun eine Vorlage für den Stadtrat erarbeite. Sie sei im Mai 2016 vom OB beauftragt worden, sich mit der Karte zu befassen, so Klepsch. Der Stadtrat hatte schon im Mai 2015 den Auftrag für eine Rabatkarte erteilt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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