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Lokales Dresdner Stadtarchiv erhält Erinnerungsbücher von Senioren
Dresden Lokales Dresdner Stadtarchiv erhält Erinnerungsbücher von Senioren
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11:36 28.03.2017
Acht weitere „Bücher meines Lebens“ wurden feierlich dem Stadtarchiv übergeben. Quelle: Anja Schneider

Jeder der sich schon einmal intensiv mit Oma oder Opa bei einer Tasse Kaffee über „früher“ unterhalten hat weiß, Ältere Menschen haben eine spannende Lebensgeschichte und sind Zeugen einer für uns längst vergangenen, oft unvorstellbaren Zeit. Diese Lebensgeschichten können für Jüngere inspirierend und motivierend wirken. Sie ändern den Blickwinkel auf ältere Menschen, schaffen mehr Respekt und können Entscheidungen, die für das eigene Leben wichtig sind, beeinflussen.

Ein sechsköpfiges Team von ehrenamtlich in der Seniorenkultur des Sigus e.V. engagierten Mitgliedern, führten Interviews mit älteren Menschen, die sich dazu bereiterklärten, ihre Geschichte mit anderen zu teilen. Sigus steht für soziale Innovation für Gesundheit und Selbsthilfe. Die Interessengemeinschaft beschäftigt sich unter anderem mit wertschätzender Biografiearbeit mit besonderer Sensibilität für Übergänge ins Alter.

Ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Projekt wurde bereits 2013 mit den Lebensgeschichten der Bewohner des Elsa Fenske Wohnparks in der Freiberger Straße fertiggestellt. Damals erhielt das Dresdner Stadtarchiv in der Albertstadt neun Lebensgeschichten in überarbeiteter, gedruckter Form. Jeder Senior gestaltet sein eigenes „Buch meines Lebens“, welches das Ergebnis zusammengetragener intensiver Gespräche darstellt in dem Erzählungen bewahrt und weitergegeben werden können.

Dieses Projekt ging nun in die zweite Runde und fand gestern im Stadtarchiv seinen Höhepunkt. Acht weitere „Bücher meines Lebens“ wurden feierlich dem Stadtarchiv übergeben. Mitglieder des Mehrgenerationentheaters Sonnensucher lasen Auszüge zum Wiederaufbau in Dresden nach 1945. Die Autoren der Bücher sind dieses Mal jedoch keine Bewohner eines Seniorenheims, sie leben alle zu Hause. „Die Organisation der Gespräche gestaltete sich schwierig da die zu Hause lebenden Senioren zeitlich unflexibler waren als die Bewohner des Seniorenheims. Häufig hatten sie Termine oder die Enkel zu Besuch“, erklärt Sabine Müller-Schwerin, Koordinatorin der Biografie- und Zeitzeugenarbeit des Sigus e.V. „ Die Autoren haben ihre Aussagen immer wieder reflektiert und wollten Korrekturen vornehmen um die Geschichte so authentisch wie möglich erscheinen zu lassen. Am Buch eines Zeitzeugen arbeiteten wir fast zwei Jahre.“

Die Bücher sind für die Öffentlichkeit nicht käuflich. Das Stadtarchiv und Sigus e.V. nutzen sie in anonymisierter Form zu geschichtlichen Forschungszwecken. Für eine musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte das Blockflötenensemble vom Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden.

Von Julia Krumm

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