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Lokales Dresdner Spieletüftler hofft auf Designpreis für Mensch ärgere dich nicht in 3D
Dresden Lokales Dresdner Spieletüftler hofft auf Designpreis für Mensch ärgere dich nicht in 3D
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08:54 23.08.2018
Anstatt zu würfeln, lässt Produktdesign-Student Steven Finke die Kugel in den Kanal im Spielkubus fallen. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Erst die Freude über eine sechs, um aus dem Haus zu kommen – nur um im nächsten Spielzug direkt vom Bruder wieder rausgeschmissen zu werden: Kaum einer, der als Kind nicht „Mensch ärgere dich nicht gespielt hat“. Das heißt im Allgemeinen ein Spielbrett – meist schon leicht zerfleddert durch diverse Wutausbrüche oder noch aus der elterlichen Kindheit stammend – ein Würfel und vier Figürchen für jeden Spieler.

Kugeln statt würfeln

Dass „Mensch ärgere dich nicht“ auch dreidimensional gespielt werden kann, zeigt der Entwurf von Produktionsdesign-Student Steven Finke aus Dresden. Mit seinem kubischem Spiel, das in einem Seminar an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) entstand, hat er sich für den Sächsischen Designpreis 2018 beworben. Genau wie 212 Bewerber, die in den Kategorien Industriegüter-Design, Konsumgüter-Design, Kommunikations-Design und Gestaltetes Handwerk ihre Objekte eingereicht haben. Daneben gibt es einen Sonderpreis für Sound-Design und eine spezielle Kategorie für Nachwuchsdesigner.

Finkes Spiel ersetzt die traditionellen Hütchen-Figuren durch Metallstifte. Jeder Spieler erhält, wie beim klassischen „Mensch ärgere dich nicht“, vier Figuren, die sich über vier Seiten des Spielkörpers verteilen. Gestartet wird auf der ersten Seite. Statt nun zu würfeln und auf eine sechs zu hoffen, um aus dem Haus kommen zu dürfen, wirft der erste Spieler eine Kugel in den Kanal, der mittig durch den Würfel führt. Unten befinden sich, wie beim Roulette, mit Zahlen beschriftete Kammern, in welche die Kugel rollen kann. Anschließend darf der Spieler um die „gewürfelte“ Zahl vorrücken.

„Die Kugel anstelle des Würfels lässt sich besser in das Spielfeld integrieren“, erklärt Finke. Dadurch soll ein lästiges vom Tisch fallen des Würfels verhindert werden. In die Ecksteine hat der 23-jährige Masterstudent Treppen gefräst. Wer diese Steine erreicht, darf auf die nächste Seite wechseln. Und auch dann erst mit seiner Figur auf der zweiten Seite anfangen, das Spielfeld zu umrunden. Auch hier gilt, wer geschmissen wird, muss zurück auf den Anfang. Ziel ist es, nach umrunden des Würfels mit seiner Figur auf die höchste Ebene zu gelangen. Wer zuerst alle vier Figuren oben hat, ist der Gewinner.

Leistungsschau in Hellerau

„Das Spiel ist ein kompaktes, geschlossenes System“, sagt Finke. Ziel seines Designobjekts, an dem er ein Semester lang gearbeitet hat, ist die Interaktion der Spieler zu erhöhen und das Spiel einfacher transportieren zu können. „Zum Beispiel könnte es zukünftig in Warteräumen stehen“, erklärt der Dresdner Student. Patienten könnten dann auf dem Spielkubus direkt in der Spielsituation der vorherigen Spieler einsteigen und weiterspielen.

„In diesem Jahr wurde der Fokus ausdrücklich auf regionales sächsisches Design gelegt. Nur Sächsisches Design ist zugelassen“, sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Insgesamt wird beim 16. Sächsischen Designpreis ein Preisgeld von 50.000 Euro vergeben, das unter den Gewinnern der verschiedenen Kategorien aufgeteilt wird. Zusätzlich erhalten die Gewinner eine speziell gefertigte Statue von der Porzellanmanufaktur Meissen.

Privatpersonen und Unternehmen aus Sachsen waren aufgerufen, ihre Bewerbungen einzureichen. Von Betten über Spiele und Sportgeräte bis zu Maschinen und Schmuck können Interessierte die Objekte am 7. September bei der Leistungsschau in den Werkstätten Hellerau begutachten. Dann werden aus den über 200 Bewerbungen auch die Nominierten durch die zehnköpfige Jury bekanntgegeben.

Noch bis zum 5. November müssen diese dann auf die finale Entscheidung warten: Dann werden die Gewinner des Sächsischen Designpreises im Lichthof des Albertinums verkündet.

Von Tomke Giedigkeit

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