Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresdner Solarwatt will Marktführer werden

Innovative Solarstromspeicher Dresdner Solarwatt will Marktführer werden

Während sich Solarworld wegen des Preiskampfes bei Solarmodulen von 500 Zeitarbeitern trennen muss, kündigt das Dresdner Unternehmen Solarwatt Steigerungen von rund 50 Prozent bei Umsatz und Personal an. Wir haben mit Geschäftsführer Detlef Neuhaus über die Branche und sein Erfolgsrezept gesprochen.

In Aufbruchstimmung: Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus.

Quelle: PR

Dresden. Solarworld trennt sich wegen des Preiskampfes bei Solarmodulen von 500 Zeitarbeitern, bei der Dresdner Solarwatt GmbH hingegen herrscht Aufbruchstimmung. Eine Umsatzsteigerung von 50 Millionen Euro (2015) auf knapp 80 Millionen Euro in diesem Jahr kündigte das Unternehmen an. 300 Mitarbeiter, das sind 90 mehr als Ende 2015, will Geschäftsführer Detlef Neuhaus am Jahresende haben (DNN berichteten). Im Interview erklärt er, wie das zusammenpasst.

Herr Neuhaus, Sie sagen, die Solarkrise sei vorbei. Das dürften viele in der Branche aber ganz anders sehen…

Detlef Neuhaus: Ich habe das auf unsere Situation bezogen. Solarwatt hat sich ja schon lange vom reinen Modulmarkt verabschiedet. Wir bieten intelligente Komplettsysteme für Solarstrom, Energiemanagement und Energiespeicherung an. Dadurch spüren wir die Auswirkungen des Preiskampfes kaum. Was die Situation in der Branche betrifft – da erleben wir derzeit eine Konsolidierungswelle, die ebenso dramatisch ist wie 2012. In China hatten wir im ersten Halbjahr eine Photovoltaik-Zubaurate von 25 Gigawatt, für das zweite Halbjahr rechnen wir gerade mal noch mit einem Gigawatt.

Ist dann solch ein Wachstumsschritt nicht sehr mutig?

Wir sind uns der Risiken bewusst. Es ist nicht abschätzbar, ob Kollateralschäden der Preiskämpfe uns nicht doch noch treffen. Wenn zum Beispiel bei BMW ein Preiskampf bei den Kleinwagen ausbricht, sind Oberklasse-Modelle ja erst einmal nicht betroffen. Geht es dann aber soweit, dass Kleinwagen fast verschenkt werden, wird das auch die Nachfrage in anderen Segmenten beeinflussen.

Apropos BMW, Sie arbeiten mit dem Autohersteller zusammen. Werden Sie künftig auch Produkte für die Elektromobilität entwickeln?

Nein, unsere Zielgruppe bleiben die Häuslebauer. Ihnen bieten wir aber natürlich auch Lösungen rund ums Elektroauto an, zum Beispiel Ladeinfrastruktur für Solarstrom.

Was ist denn Ihr Erfolgsrezept?

Innovation. Unsere Glas-Glas-Module sind robuster als die Glas-Folie-Module, und sie halten wesentlich länger. Wir produzieren beides und können so auf Änderungen beim Bedarf reagieren. Unsere Speicher sind nicht nur äußerst effizient, sondern auch sicher. Wenn die überhitzen, dann werden sie zerstört wie andere auch, aber es wird kein Brand ausbrechen und sie fliegen Ihnen auch nicht um die Ohren. Die Installation ist sehr einfach. So etwas findet man aber nicht auf dem Markt. Deshalb mussten wir es selbst entwickeln. Wir investieren eine Menge Geld in Innovation und das zahlt sich jetzt aus.

Das werden auch Ihre Konkurrenten merken…

Sicher, wir werden den derzeitigen technologischen Vorsprung nicht auf Dauer halten können, aber wir wollen ja auch keinen Marktanteil von 100 Prozent.

Wie viel wollen Sie denn?

Wir wollen langfristig Marktführer werden. Aus dem Stand haben wir es auf 10 Prozent geschafft. Ein Marktanteil von 15 Prozent wäre in Ordnung, 20 oder mehr fantastisch. Aber dafür müssen wir noch ein paar Konkurrenten überholen.

Mit noch besseren Speicherlösungen?

Das ist nicht einmal unser Problem. Es fehlt uns derzeit vor allem an Bekanntheit. Wir können leider nicht zweistellige Millionensummen in Werbekampagnen stecken wie zum Beispiel Tesla. Konkurrenzfähig zu deren Speichern sind unsere allemal. Und wir bleiben ja auch nicht auf dem derzeitigen Stand stehen.

Können wir in Dresden also auf lange Sicht mit deutlich mehr Arbeitsplätzen rechnen? In besten Zeiten hatte Solarwatt ja 500 Beschäftigte.

So viele werden es wohl nicht werden. Wir haben aktuell 250 Mitarbeiter, zum Jahresende sollen es 300 sein – darunter 60 Entwicklungsingenieure und Produktmanager. Deren Zahl muss bei wachsender Nachfrage nicht so stark steigen. Man braucht die besten Köpfe, nicht die meisten. Und auch in der Produktion haben wir inzwischen einen sehr viel höheren Automatisierungsgrad als früher.

Setzen Sie beim Personalaufbau auf Zeitarbeit oder unbefristete Jobs?

Wir setzen vorrangig auf unbefristete Arbeitsverhältnisse. Zurzeit beschäftigen wir rund 70 Leiharbeiter. Das ist etwas mehr als vor einem Jahr.

Was dürfen wir in der nächsten Zeit von Solarwatt erwarten?

Wir bringen gerade eine neue Version unseres Speichers „MyReserve“ auf den Markt, mit einer auf 8,8 Kilowattstunden verdoppelten Kapazität und größeren Erweiterungsmodulen als bisher. Auch in Australien, Frankreich, Italien und Großbritannien werden wir künftig unsere Produkte anbieten. Mit einer weiteren Neuentwicklung wollen wir auf der Messe „Intersolar“ Anfang Juni 2017 für Furore sorgen. Da bitte ich aber noch um etwas Geduld.

Solarwatt GmbH

Die 1993 gegründete und europaweit tätige Solarwatt GmbH mit Sitz in Dresden ist einer der führenden deutschen Hersteller von Photovoltaiklösungen – von hochwertigen Solarmodulen „Made in Germany“ bis hin zu intelligenten Energiemanagement- und Speichersystemen für den Privat- und Gewerbebereich.

Während der Solarkrise 2012 sackte der Umsatz des Unternehmens um 80 Prozent ab. Personal – in besten Zeiten rund 500 Mitarbeiter- wurde massiv abgebaut. Der BMW-Erbe Stefan Quandt übernahm 90 Prozent der Unternehmensanteile.

Seit 2013 ist die Solarwatt GmbH Kooperationspartner von BMW i im Rahmen des „360° Electric“ Programms für emissionsarme und effiziente Elektromobilität. und entwickelt seit 2015 gemeinsam mit Bosch hochwertige und technologisch innovative Photovoltaiksysteme.

2015 stellte Solarwatt auf der Messe „Intersolar Europe“ in München den Batteriespeicher „MyReserve“ vor, der Solarsysteme zum Beispiel für Eigenheime deutlich wirtschaftlicher macht.

Der deutsche Solarpionier ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen weltweit, das ein Glas-Glas-Modul spezieller Ausführung und mit einer Leistung von 300 Watt Peak (Wp) produziert.

2016 hat das Dresdner Unternehmen den Batteriespeicher-Anbieter e-Wolf (Frechen bei Köln) übernommen und gleichzeitig vor Ort mit „Solarwatt Innovation“ ein neues Technologiezentrum gegründet. Auf diesem Wege soll die Innovationsführerschaft im Bereich der Stromspeicherung weiter ausgebaut werden.

www.solarwatt.de

Von Holger Grigutsch

Solarwatt GmbH, Maria-Reiche-Str. 2a, Dresden 51.1267806 13.7849568
Solarwatt GmbH, Maria-Reiche-Str. 2a, Dresden
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.11.2017 - 15:34 Uhr

SGD-Kapitän Hartmann wieder fit / Manuel Konrad fällt verletzt aus und verschärft damit die Personalsituation in der Defensive

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.