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Lokales Dresdner Abiturienten treten in Leipzig beim „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb an
Dresden Lokales Dresdner Abiturienten treten in Leipzig beim „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb an
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07:30 20.03.2018
Die Urkunden der ersten Runde „Jugend forscht“ haben Konstantin Urban und Vincent Voigtländer (v.l.) schon. Doch der Wettbewerb geht weiter. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Chemikalien zusammenmischen und schauen was passiert. Platinen bauen, Kontakte löten und Drehgeschwindigkeiten messen. Was klingt, wie der Arbeitsalltag eines Chemikers und eines Ingenieurs, sind die Projekte zweiter Abiturienten. Konstantin Urban und Vincent Voigtländer vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium haben sich zusammen mit 55 anderen Nachwuchswissenschaftlern am „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb beteiligt.

Die beiden 17-Jährigen stecken gerade mitten im Abitur und haben nebenbei an ihren Forschungsprojekten gearbeitet. Die Mühe hat sich gelohnt, denn die Schüler haben gewonnen und treten Ende März bei der nächsten Runde in Leipzig an.

Schadstoffe aus Trinkwasser filtern

Konstantin und Vincent starteten ihre Projekte 2016 in der elften Klasse. Konstantin lernte bereits in der zehnten Klasse einen Chemieprofessor der Technischen Universität Dresden (TU) kennen und fragte ihn kurzerhand, ob er die Betreuung seines Projektes übernehmen könne. Der Professor willigte ein und Konstantin hatte sein Thema gefunden: „Synthese und Komplexbildungseigenschaften von Iminopyranosen“.

Klingt absolut überhaupt nicht nach Lernstoff einer elften Klasse. Ist es in dieser Komplexität auch nicht. Deshalb verbrachte Konstantin in der Regel vier Stunden pro Woche an der Uni. „Das Forschungsprojekt hat das Ziel herauszufinden, wie sich Schadstoffe, wie beispielsweise Uran, aus dem Trinkwasser herausfiltern lassen. Doch dazu ist erstmal eine Menge Grundlagenforschung notwendig. Mit meiner wissenschaftlichen Arbeit kann ich einen Teil dazu beitragen“, erzählt der Schüler.

Abwiegen, erwärmen, umrechnen, ausprobieren

Einmal in der Woche trifft er sich mit einem Mitarbeiter des Forschungsprojektes und spricht mit ihm über den aktuellen Stand, kann Fragen stellen und Probleme ansprechen. „Ich habe mir zunächst jede Menge Literatur durchgelesen und nach Anleitungen für die Experimente gesucht“, beschreibt Konstantin seine Forschungsarbeit. „Im Labor habe ich dann Stoffe abgewogen, umgerechnet, im Kolben erwärmt, umgerührt und auf die Reaktion gewartet“, erklärt Konstantin und schmunzelt.

Denn natürlich war das ganze nicht so einfach, wie er es erklärt. Aber so können sich eben auch Nichtchemiker etwas darunter vorstellen. Chemie interessiert Konstantin schon lange, trotzdem möchte er nach dem Abitur am liebsten Physik studieren. Die Voraussetzungen sind nicht die schlechtesten: Mathe, Chemie und Physik als Leistungskurse.

Eine Maschine bauen und steuern

Vincent dagegen widmet sich bei seinem Projekt eher der Elektrotechnik und möchte Mechatronik studieren. In die Richtung geht auch sein Forschungsprojekt. Hinter dem Arbeitstitel „Entwicklung einer Arduino-basierten mobilen Plattform mit omnidirektionalem Antrieb“ versteckt sich ein Roboter. Das Institut für Regelungs- und Steuerungstheorie betreut sein Projekt. „Robotik interessiert mich sehr. Ich möchte, dass eine Maschine das macht was ich will und es begeistert mich, wenn ich das auch technisch umsetzen kann“ , erzählt der Schüler.

Vincent präsentiert seine mobile Plattform mit omnidirektionalem Antrieb. Quelle: dpa-Zentralbild

Die Grundplatte für einen potenziellen Roboter konnten ihm seine zwei Betreuer zur Verfügung stellen, den Rest hat Vincent selbst gebaut. Das besondere an seinem Roboter ist, dass er sich auf der Stelle drehen kann, sein Blick nicht von der Fahrtrichtung abhängig ist und statt herkömmlichen Rädern hat er kleine Walzen, die ihn schnell und effektiv wenden lassen.

Per Bluetooth steuerbar

„Ein Gabelstapler muss in einem engen Gang viel rangieren und verliert dadurch Zeit. Ein Roboter mit einem omnidirektionalen Antrieb ist wesentlich wendiger und somit nicht nur schneller, sondern kann auch mit sperriger Ladung Engstellen passieren, in den ein herkömmliches Fahrzeug stecken bleiben würde“, erklärt Vincent. Der Abiturient hat die Steuerungstechnik entworfen, Drehgeschwindigkeits- und Lagesensoren aufgebaut und vor kurzem noch ein Bluetoothmodul eingebunden: „Jetzt kann ich ihn auch mit meinem Smartphone steuern“, erzählt er.

Doch woher nehmen die beiden Schüler ihr Wissen, was sie sogar an universitären Forschungen mitarbeiten lässt? „Die Grundlagen haben wir schon in der Schule gelernt, aber natürlich mussten wir uns noch jede Menge anlesen“, sind sich beide einig. Auch die Betreuer standen ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Nächste Station: Leipzig

Die viele Arbeit hat sich aber nicht nur für den „Jugend forscht“-Wettbewerb gelohnt. Am Gymnasium haben die Schüler ihre Projekte als „Besondere Lernleistung“ angemeldet und damit besteht eine der drei mündlichen Prüfungen aus der Verteidigung ihrer Arbeit. Doch bevor es Ende April in die Abiprüfungen geht, steht erstmal die nächste Runde des Wettbewerbes vom 22. bis 24. März in Leipzig vor der Tür.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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