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Lokales Dresdner Ratskeller wird künftig Versammlungsraum
Dresden Lokales Dresdner Ratskeller wird künftig Versammlungsraum
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13:13 13.01.2017
Detail im sanierten Ratskeller.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Der Ratskeller wird nicht mehr als gastronomische Einrichtung betrieben. Das erklärte jetzt Stadtsprecher Kai Schulz auf Anfrage der DNN. „Aus den bisherigen Bemühungen für eine gastronomische Nutzung ist kein Betreiber hervorgegangen“, sagte Schulz. „Es liegen der Verwaltung keine Konzepte vor, auf deren Grundlage weitere Verhandlungen geführt werden können.“ Deshalb will die Stadt das traditionsreiche Kellergewölbe unter dem Rathaus nun als Versammlungsraum im Sinne der Sächsischen Veranstaltungsstättenverordnung ausschreiben.

Laut Zeitplan der Immobilienverwaltung soll der Ratskeller Ende Oktober 2017 wieder in Betrieb gehen. Es sollen dann laut Schulz Veranstaltungen mit Catering im Ratskeller stattfinden. Welche das sein werden, stehe erst nach dem Vergabeprozess fest. „Gegenwärtig werden die Ausführungsplanung erstellt und die Vergabe vorbereitet“, so der Stadtsprecher. Das Brandschutzkonzept sei von der Bauaufsicht genehmigt worden, die Behörde habe auch die Baugenehmigung erteilt.

Ende Oktober 2017 soll der Ratskeller wieder in Betrieb gehen. Aber nicht als Restaurant, sondern als Versammlungsraum. Die Stadt hat trotz mehrfacher Ausschreibung kein Konzept für eine gastronomische Nutzung erhalten. Nun sollen Veranstaltungen mit Catering stattfinden

Der Ratskeller war im Zuge der Sanierung des Rathaus-Ostflügels in den vergangenen Jahren gründlich renoviert worden. Die Stadt hat laut Schulz seit 2012 rund 850 000 Euro für den Erhalt der Bausubstanz sowie einen zeitgemäßen Brandschutz ausgegeben.

Das Lokal steht seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 leer. Die Flut hatte verheerende Schäden im Kellergewölbe angerichtet. Allerdings: Auch davor liefen die Geschäfte nicht besonders gut. Der Betreiber soll erhebliche Mietschulden angehäuft haben. Die Stadtverwaltung schrieb das Gebäude 2012 für eine gastronomische Nutzung aus. 2227 Quadratmeter Gesamtfläche sollten vergeben werden, von denen 1117 Quadratmeter für Gasträume hätten genutzt werden können. Nach DNN-Informationen hat es durchaus Bewerber gegeben, die aber nach einer Besichtigung der riesigen Räume regelmäßig das Handtuch geworben haben sollen. Längst hat sich das Areal um die Weiße Gasse als Gaststätten- und Kneipenviertel etabliert und ist zu einer mächtigen Konkurrenz für eine Großgastronomie geworden.

Die erste Gastronomie in den Gewölberäumen wurde 1910 mit dem „Ratsweinkeller“ eröffnet, der bis zu 700 Besucher fasste und regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen sein soll. Nach Jahren des Krieges und der Zerstörung eröffnete am 1. März 1966 die HO-Gaststätte „Ratskeller“ im Kellergeschoss des Rathauses. Hier konnten 380 Gäste gleichzeitig bedient werden.

Auch nach der politischen Wende 1990 soll das Restaurant zunächst gut gelaufen sind, bis die gastronomische Konkurrenz im Stadtzentrum immer größer wurde. Dabei etablierten sich auch andere große gastronomische Einrichtungen in der Innenstadt und eroberten Marktanteile am lukrativen Geschäft mit Reisegruppen. Auch ohne Flut waren die Tage des Ratskellers wohl gezählt, sind sich Insider sicher. Und für ein Comeback im Jahr 2017 hat kein Gastronom ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept einreichen können.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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