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Lokales Dresdner Rathaus wird 100-Millionen-Auftrag nicht los
Dresden Lokales Dresdner Rathaus wird 100-Millionen-Auftrag nicht los
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11:46 15.06.2016
Der für knapp 40 Millionen Euro sanierte Ostflügel mit der „Goldenen Pforte“ wurde Anfang April wiedereröffnet. Bei den unsanierten Flügeln gibt es Bauverzug.   Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Erhebliche Verzögerungen bei der Sanierung des Rathauses: Weil das Vergabeverfahren für die Planung der Haustechnik aufgrund von fehlenden Bewerbern wiederholt werden musste, liegt erst im dritten Quartal 2017 ein verbindlicher Zeitplan für die weitere Rathaussanierung vor. Das teilte Stadtsprecher Kai Schulz auf Anfrage der DNN mit. Im ersten Vergabeverfahren habe nur ein Angebot vorgelegen, so dass kein Wettbewerb möglich gewesen sei. „Das Verfahren musste wiederholt werden.“ Die Verzögerung betrage sieben Monate.

Die Stadt rechnet mit rund 100 Millionen Euro Kosten für die noch nicht sanierten Flügel des Rathauses. Da der Brandschutz in dem Gebäude mangelhaft ist, müssen die in der vierten Etage im unsanierten Teil untergebrachten Mitarbeiter ihre Büros verlassen. Das soll bis zum Sommer geschehen. Laut Schulz prüft die Stadt verschiedene Angebote zur Anmietung von Büros.

„Die Stadt kann also derzeit dem bereits beauftragten Architekten nicht den notwendigen Fachplaner für eine fundierte Planung an die Seite stellen“, konstatierte Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linke-Fraktion. Wirtz favorisiert die Sanierung des Rathauses in nur einem Bauabschnitt. „Die Fertigstellung würde sich dabei nun um ein Jahr verschieben“, erklärte er. Eine Sanierung in mehreren Abschnitten werde den Haushalt teuer zu stehen kommen.

„Die Verwaltung hat die Rathaussanierung immer noch nicht im Griff. Folge sind mindestens zwei Millionen Euro Mehrkosten, die uns aktuell serviert werden“, so der Linke-Stadtrat. Es sei alarmierend für den Ruf der Landeshauptstadt Dresden als Auftraggeber, wenn ein Hundert-Millionen-Projekt bei den freiberuflichen Dienstleistern nicht auf Interesse stoße. Der Linke-Baupolitiker machte dafür Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) verantwortlich. „Hier rächt sich sein ruppiger Umgang mit den Planern des ersten Abschnitts.“ Die nämlich seien erheblich unter Druck gesetzt worden, eine realistische Kostenschätzung aus der Verwaltung einzuhalten. Die damit verbundenen Auseinandersetzungen seien in der Kündigung des Architekten und Mehrkosten von zwölf Millionen Euro gegenüber den Annahmen des Finanzbürgermeisters kulminiert.

Vorjohann hatte die Kündigung der Planer regelmäßig mit fachlichen Mängeln, Alleingängen und Fehlentscheidungen des beauftragten Planungsbüros begründet. Wirtz sieht jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, aber auch die Bürger als Leidtragende der Verzögerungen. Sie seien nun auf Jahre hinaus einer Dauerbaustelle ausgesetzt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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