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Lokales Dresdner Rathaus öffnet die Datenschleusen für Firmen und Hacker
Dresden Lokales Dresdner Rathaus öffnet die Datenschleusen für Firmen und Hacker
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09:34 12.04.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Die Stadtverwaltung eröffnet in wenigen Wochen ein neues Open-Data-Portal. Über diese Internetpforte können dann Jungunternehmer, Hacker, App-Programmierer und jeder andere ausgewählte Behördendaten absaugen – und zwar automatisiert, kostenlos und zur freien Verwendung.

Verfügbar werden zum Start beispielsweise Stadtrats-Unterlagen sein, die bisher zwar schon prinzipiell kostenlos über die kommunalen Internetseiten herunterladbar waren, aber eben noch nicht automatisiert. Ein Beispiel für den Nutzwert solch einer maschinenlesbaren und automatisierten Schnittstelle: Wer etwas Programmierkenntnisse hat, kann damit ermitteln, welches die Lieblingsthemen der Stadträte sind, welche Straßenbau-Vorhaben gerade in der Mache sind oder eben eigene kommunale Statistikportale daraus aufbauen. Auch Geodaten, Übersichten über Spielplätze und viele andere Informationen soll das neue Open-Data-Portal bieten – vor allem zunächst Daten, die bereits jetzt manuell über den kommunalen Themenstadtplan verfügbar sind.

„Open Data“ (offene Daten) ist vor allem unter Hackern und jüngeren Wissenschaftlern ein weitverbreitetes Konzept: Sie sind bereit, zum Beispiel die Rohdaten ihrer Experimente anderen gratis zugänglich zu machen, damit andere ihre Schlussfolgerungen überprüfen und eigene Erkenntnisse aus diesen Datenfluten herausfiltern können. Zunehmend gilt „Open Data“ aber auch als Wirtschaftsfaktor und Quelle für Firmengründungen – sowie als Transparenz-Maßstab für Behörden.

In der sächsischen Landeshauptstadt hatten sich in jüngerer Zeit vor allem der „Chaos Computer Club Dresden (C3D2) und die Piratenpartei für eine Freigabe von Ämterdaten eingesetzt. 2015 hatte eine Stadtratsmehrheit aus Piraten, Linken, Bündnis-Grünen und der SPD auch förmlich die Verwaltung verpflichtet, ein Open-Data-Portal aufzubauen.

Mehr Informationen zum Thema im Netz: c3d2.de (Dresdner Hacker-Club), qucosa.de (sächsiche „Open Access“-Plattform der Slub), offenesdresden.de („Open Data“-Gruppe in Dresden)

Von Heiko Weckbrodt

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