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Lokales Dresdner Rathaus: Steuerzahlerbund irrt sich gewaltig
Dresden Lokales Dresdner Rathaus: Steuerzahlerbund irrt sich gewaltig
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14:26 12.10.2017
Den ersten Fall zum Kopfschütteln erlebten die Dresdner an der Albertbrücke, die nun zwei Geländer hat.   Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Das Dresdner Rathaus wehrt sich vehement gegen die Vergabe des Negativpreises „Schleudersachse“ an das Straßen- und Tiefbauamt. Der Bund der Steuerzahler verleiht den Preis alljährlich für krasse Fälle von Verschleuderung öffentlicher Gelder und hat in diesem Jahr das Zuschütten des Fußgängers am Neustädter Markt und das Doppelgeländer an der Albertbrücke aufs Korn genommen.

Mit 657 000 Euro sei eine gute und sichere Verkehrslösung am Neustädter Markt zerstört worden, erklärte der Steuerzahlerbund, mit der Hälfte des Geldes hätte der Fußgängertunnel erhalten werden können. Beim Doppelgeländer müsse gefragt werden, warum das historische Brückengeländer nicht auf eine Höhe von 1,30 Meter gebracht worden sei. Das Doppelgeländer sehe nicht nur kurios aus, sondern sei mit 806 000 Euro Kosten auch ein ziemlich harter Schlag ins öffentliche Kontor.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) verwies darauf, dass es nicht möglich gewesen sei, den Tunnel hochwassersicher zu sanieren. „Bei einem nächsten Hochwasser wäre er mit großer Sicherheit wieder geflutet worden. Die technische Ausstattung müsste bei jedem Hochwasser wieder erneuert werden.“ Deshalb seien Bund und Land nicht bereit gewesen, die Wiederherstellung der Nutzbarkeit des Tunnels zu fördern. Bund und Land hätten aber für das Zuschütten und Herstellen einer oberirdischen Querung der Großen Meißner Straße 656 650 Euro gezahlt. „Das Vorhaben wurde vollständig gefördert“, so Schmidt Lamontain.

Der Fußgängertunnel Neustädter Markt wird zugeschüttet. Die Aufnahme entstand am 10. August 2016. Quelle: Dietrich Flechtner

Für das Zuschütten hätten aber nicht nur finanzielle, sondern auch stadt- und verkehrsplanerische Überlegungen eine Rolle gespielt. Der Fußgängertunnel sei wegen seines baulich desolaten Zustands, der fehlenden sozialen Kontrolle und der damit verbundenen Vandalismusschäden unattraktiv und nicht mehr zeitgemäß gewesen. Durch das Verfüllen und den Abriss der oberirdischen Teile der Tunnelanlage könnte der Platz mit großzügigen Bewegungs- und Aufenthaltsflächen aufgewertet werden. „Ziel war es, die Verbindung zwischen der historischen Altstadt und der Inneren Neustadt für Fußgänger und Radfahrer durch eine direkte, barrierefreie Fußgängerquerung attraktiver zu gestalten und damit die Standortbedingungen der Inneren Neustadt als fußläufig erreichbares touristisches Ziel zu verbessern“, so der Baubürgermeister.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) erklärte zum Geländer an der Albertbrücke: „Es wurde auch eine höhenmäßige Anpassung des ursprünglichen Geländers untersucht. Die Ergebnisse waren jedoch nicht zufriedenstellend.“ Die Albertbrücke sei als Kulturdenkmal erfasst, müsse als Verkehrsanlage aber auch vielen technischen Normen und Anforderungen entsprechen. „Die beste aller untersuchten Varianten stellt die jetzt realisierte additive Lösung dar“, erklärte Klepsch die Sicht des Denkmalschutzes. „Das wiederhergestellte bauzeitliche Brückengeländer passt in Form, Material und Proportionen am besten zum Brückenbauwerk, das additiv dazu gestellte neue Geländer setzt sich deutlich vom Bestand ab und ist damit als neue, den funktionellen Zwängen geschuldete Zutat zu erkennen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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