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Dresdner Polizist wegen Strafvereitelung angeklagt

Verbrechen nicht verfolgt Dresdner Polizist wegen Strafvereitelung angeklagt

Ein 46-jähriger Polizeibeamter muss sich derzeit wegen Strafvereitelung im Amt vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Hinweis zweier Frauen auf eine mögliche Misshandlung und Körperverletzung nicht verfolgt zu haben.

Ein 46-jähriger Polizeibeamter muss sich derzeit wegen Strafvereitelung im Amt vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Quelle: dpa

Dresden. Ein 46-jähriger Polizeibeamter muss sich derzeit wegen Strafvereitelung im Amt vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Hinweis zweier Frauen auf eine mögliche Misshandlung und Körperverletzung nicht verfolgt zu haben. Am 26. September 2013 waren den Frauen bei Facebook Bilder eines nackten, schwer verletzten Mannes in einer Blutlache aufgefallen. Sie recherchierten und fanden sogar heraus, wer die Bilder am Vorabend gepostet hatte. Die Frauen vermuteten Schlimmes und gingen zur Polizei.

Nur fühlte sich der Angeklagte, der an jenem Tag im Revier West für die Anzeigen zuständig war, nicht so recht zuständig. „Er wimmelte uns ab, sagte er könne nichts machen und sich die Bilder nicht ansehen, da er mit seinem Dienstrechner keinen Zugriff auf Facebook habe“, erzählte gestern eine Zeugin. Das stimmt sogar, nur hatten die Frauen die Bilder auf dem Handy dabei. Der Beamte schaute sie sich trotzdem nicht an und machte sich auch keine Notizen.

„Ich habe da einfach falsch gedacht und die Sache verkehrt eingeschätzt. Da ist mir ein großer Fehler unterlaufen“, erklärte er. Auch wenn viele Fakes durchs Netz geistern und sich die Frauen nicht klar ausdrückten, als Polizist hätte man sich die Fotos anschauen, den Fall ernster nehmen oder zumindest an andere Dienststellen weiterleiten müssen – nur passierte nichts. Das Erwachen kam erst später.

Eine Kollegin der Frauen blieb hartnäckig und ging mit den Bildern am gleichen Tag zur Polizei in Pirna. Dort ging man der Sache nach und recherchierte – was einen 45-Jährigen aus einer üblen und gefährlichen Lage befreite. Drei Männer hatten ihn tagelang in einer Wohnung in Mecklenburg-Vorpommern gefangengehalten, gequält, gefoltert und Fotos seiner Tortur ins Netz gestellt. Durch die schnelle Reaktion der Pirnaer Beamten konnte er befreit werden. Die Täter wurden 2014 in Neubrandenburg verurteilt, da waren hier noch nicht einmal die Tippgeberinnen von der Polizei vernommen worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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