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Dresdner Polizei verabschiedet Kollegen vor Tour durch Afrika mit Mini-Eskorte

Dresdner Polizei verabschiedet Kollegen vor Tour durch Afrika mit Mini-Eskorte

Thomas Kiraly kann nichts so leicht umwerfen. Der 38-Jährige ist Hobbyradsportler, legt pro Jahr etwa 15 000 Kilometer auf dem Rennrad zurück und fährt täglich von der Altstadt nach Dölzschen hinauf.

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Zum Lachen war Thomas Kiraly (Mitte hinten) gestern nicht zumute, als er in Dölzschen aufbrach, der Abschied von der Familie fiel ihm sehr schwer.

Quelle: Dietrich Flechtner

Doch gestern war dem 38-jährigen Polizisten richtig flau im Magen. "Ich bin angeschlagen, habe wahnsinnigen Hunger aber kriege nichts zu essen runter", sagte er von sich. Das war etwa zwei Stunden vor dem Zeitpunkt, der ihm solche Sorgen bereitete. Kiraly musste sich verabschieden - etwa vier Monate lang ist er jetzt von Frau und Kind getrennt. Seinen zweijährigen Sohn wird er auch Weihnachten nicht sehen und Kontakt zu seiner 31 Jahre alten Frau kann er nur per Telefon halten. "Dass das so schwer wird, habe ich im Vorfeld nie gedacht", so der Dölzschener, der kurz vor dem entscheidenden Zeitpunkt noch auf der Suche nach einem Dresden-Aufkleber war. "Meine geliebte Heimatstadt will ich mitnehmen", begründete er die Hektik. Schon heute will Thomas Kiraly auf einer Fähre nach Afrika einchecken.

Der 31-Jährige ist ein echter Globetrotter und leidenschaftlicher Motorradfahrer. Mit seiner Yamaha ist er gestern nach Südafrika aufgebrochen. Weihnachten wird er "vielleicht irgendwo im Kongo" sein, so der junge Beamte, der bei der Verkehrspolizei arbeitet und dort zur Kradstaffel gehört. Rund 20 000 Kilometer lang wird seine Reise, schätzt Kiraly, im Senegal hat er sich mit zwei Motorradfahrern aus Österreich verabredet. Und in Namibia soll seine Einzylindermaschine neue Reifen bekommen. "Ich habe da Kontakt zu vielen Motorradclubs", so der 38-Jährige. In seine Motorradkoffer hat er neben drei T-Shirts, drei Unterhosen und drei Paar Socken dennoch auch Werkzeug gepackt. Außerdem nimmt er einen Gaskocher und Blechgeschirr mit, Ersatzschläuche für das Motorrad und Medikamente für sich selbst. Dazu Stifte. Und Zigaretten. "Als Geschenke, ich rauche nicht."

Kiralys Kollegen müssen nun vier Monate lang auf den 38-Jährigen verzichten. "Ich habe meinen ganzen Urlaub genommen, dazu angesparten Urlaub und Überstunden", erklärt er, wie es ihm gelungen ist, so lange frei zu bekommen. "Es ist schön, wenn man einen Arbeitgeber hat, bei dem das geht." Kiralys Kollegen haben ihm gestern einen ganz besonderen Abschied bereitet. Mit vier Dienstmaschinen begleiteten sie ihn aus der Stadt heraus, dafür ist der 38-Jährige extra spät gestartet. Um 14.30 Uhr machte er sich auf den Weg. "Es wird wohl erst gegen 16 Uhr so richtig losgehen", war er vor dem Start überzeugt. Dann wollte er noch bis nach Österreich fahren. Ein erster Gewaltritt auf einer gewaltig langen Tour. Zurück kommt Thomas Kiraly von Kapstadt mit dem Flugzeug, das Motorrad schickt er per Schiff im Container wieder in die Heimat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.09.2013

Springer, Christoph

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