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Lokales Dresdner Mietspiegel vorgestellt: Mieten in Dresden steigen um 5 Prozent
Dresden Lokales Dresdner Mietspiegel vorgestellt: Mieten in Dresden steigen um 5 Prozent
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17:17 09.09.2015
Ein Wohn- und Bürokomplex des Immobilienkonzern Gagfah in Dresden. Quelle: Arno Burgi/Archiv
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Laut der Erhebung ist in den letzten beiden Jahren die ortsübliche Vergleichsmiete für Wohnraum in Dresden von durchschnittlich 5,43 Euro auf 5,70 Euro pro Quadratmeter angestiegen.

Dresdens Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) sagte bei der Vorstellung: „Mit dem Mietspiegel 2015 gewinnt die in der Politik geführte Wohndebatte an Substanz. Die wissenschaftliche Erhebung zeigt einerseits, wie stark die steigende Nachfrage nach Wohnraum zu steigenden Mietpreisen führt. Dresden wird schließlich auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Bis 2030 werden etwa 48.300 Menschen mehr in der Landeshauptstadt leben.“

Die neuen Ergebnisse des Dresdner Mietspiegels würden aber auch deutlich machen, dass in Dresden keine Münchner Verhältnisse herrschten. Laut dem Mietspiegel für Dresden zahlen demnach rund drei Viertel aller Mieter Nettokaltmieten zwischen 4,65 und 7,00 Euro pro Quadratmeter. „Rund die Hälfte aller Mieter zahlt zwischen 5,30 und 6,50 Euro pro Quadratmeter netto kalt für ihre Wohnung“, so Seidel während der Vorstellung. Die Zahlen untersetzten beispielsweise den Antrag der Stadt auf die Einführung der sogenannten Mietpreisbremse, die beim Land beantragt werden muss. Die innerhalb von drei Jahren zulässige Mieterhöhung würde damit auf 15 Prozent begrenzt, gegenwärtig liegt diese Kappungsgrenze bei 20 Prozent.

Gorbitz günstig, Loschwitz hochwertig

Die geringsten Mieten werden mit durchschnittlich 3,59 Euro für Wohnungen mit einfacher Ausstattung in Wohnlagen in Gorbitz und Prohlis gezahlt. Für hochwertig ausgestattete Wohnungen in guten Wohnlagen wie in Blasewitz oder Loschwitz werden aktuell im Durchschnitt 8,06 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Für den Mietspiegel 2015 wurden im Rahmen einer mündlichen Mieterbefragung mehr als 2 500 Mieterinnen und Mieter über ihre Wohnausstattung und Miethöhe befragt. Mehr als 1 400 Datensätze sind zusätzlich von großen Wohnungsunternehmen übermittelt worden. Die Datenerhebung und -auswertung erfolgte durch das Chemnitzer Unternehmen Chempirica. Die Auswertung der Daten wurde durch die Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden begleitet.

Mietspiegel soll zwischen Vermietern und Mietern ausgleichend wirken

Die im Mietspiegel ausgewiesene ortsübliche Vergleichsmiete dient laut Bürgerlichem Gesetzbuch zur Begrenzung von Mieterhöhungsverlangen in bestehenden Mietverträgen. Der Mietspiegel soll zwischen Vermietern und Mietern ausgleichend wirken, wenn es um Mieterhöhungsabsichten geht. Höhere Mieten sind grundsätzlich nur zulässig, wenn sie mindestens ein Jahr unverändert geblieben sind, die Kappungsgrenze eingehalten und die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten wird.

Die im Mietspiegel dokumentierten Steigerungen werden auch Auswirkungen auf die Angemessenheitsgrenzen für Wohnungen von Harz-IV-Empfängern haben. Die neuen Daten für diese Kosten der Unterkunft (KdU) werden im Dezember veröffentlicht, kündigte Seidel an. Der Mietspiegel soll online abrufbar sein und als Broschüre für eine Schutzgebühr von 2 Euro. Die Erstellung des Mietspiegels kostet 127000 Euro. Da er auf wissenschaftlicher Basis erstellt worden ist und von den Marktteilnehmern anerkannt wird, gilt er als qualifizierter Mietspiegel.

dbr/I.Pleil

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