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Lokales Dresdner Mieterverein warnt vor Wohnungsnot: Enttäuschung über Wohnraumkonzept der Stadt
Dresden Lokales Dresdner Mieterverein warnt vor Wohnungsnot: Enttäuschung über Wohnraumkonzept der Stadt
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22:02 09.09.2015
Quelle: dpa

“ Als konkrete Forderungen nannte der Vereinschef die Einführung von Mietobergrenzen und eine Unterstützung von preiswertem Wohnungsbau, insbesondere von Sozialwohnungen.

Dazu schlägt er vor, Grundstücke preiswert an Wohnungsbaugenossenschaften zu verkaufen, die für mieterfreundliche Bedingungen sorgen könnten. Dann bleibe das Geld außerdem auch in der lokalen Wirtschaft. Kritisch sieht der Mieterverein, dass der Wohnungsneubau sich derzeit vorwiegend auf Eigentum und Mietobjekte für „gehobenes Klientel“ beschränke. „Preiswerte Mietwohnungen sind jedoch im Rückgang“, so Bartels. „Insgesamt steigen die Mieten rapide an.“ Grund dafür sei der Trend vom Mieter- zum Vermietermarkt, der wiederum in der zunehmenden Wohnungsknappheit begründet liege. Zwar spricht die Stadt von aktuell 5,9 Prozent Wohnungsleerstand, diese Zahl sei jedoch, so der Mieterverein, nicht repräsentativ, da viele davon nicht bewohnbar seien. Wie die steigende Beratungsnachfrage vermuten lässt, nimmt die Zahl der Kündigungen durch den Vermieter dramatisch zu, häufig werde als Begründung ein Eigenbedarf angegeben.

 „Das ist in vielen Fällen nur vorgeschoben, doch da liegt die Beweispflicht beim Mieter“, beklagt Bartels. Diese Praxis bringe Vorteile für den Eigentümer, denn bei der anschließenden Wiedervermietung könne er die Miete erhöhen. Das geschehe häufig ohne Gegenleistung wie etwa einer zwischenzeitlichen Sanierung der Objekte. Überhand nimmt laut Bartels auch die Praxis einiger Vermieter, die Kaution nach dem Auszug des Mieters für anfallende Sanierungskosten einzubehalten, statt eventuelle Mängel im Vorfeld zu klären. Problematisch für den Wohnungsmarkt ist nach Ansicht des Vereins der Verkauf von Objekten an private Eigentümer, die daraus den größtmöglichen Gewinn ziehen wollen. Kämen diese zudem von auswärts, dann fließe das Geld noch dazu nicht mehr in die Dresdner Geldsäckel.

Mareike Hauff

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