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Dresdner Medizinstudenten lernen am digitalen Seziertisch

Anatomieunterricht am Tablet-PC Dresdner Medizinstudenten lernen am digitalen Seziertisch

Am Dresdner Uniklinikum kommt seit zwei Jahren ein Gerät zum Einsatz, das Medizinstudenten mittels hochmoderner Technik in die Welt der Anatomie einführt. Anatomage heißt das Hightech-Wunder, das – einem Tablet-PC gleich – den Körper digital am Monitor erfahrbar macht.

Prof. Jürgen Weitz, Prof. Thilo Welsch und Dr. József Jászai (v.l.) am Anatomage.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Vor der Chirurgie steht die Anatomie. Wer den menschlichen Körper operieren möchte, muss ihn kennen. Am Dresdner Uniklinikum kommt seit zwei Jahren ein Gerät zum Einsatz, das Medizinstudenten mittels hochmoderner Technik in diesem Streben unterstützt: Anatomage heißt das Hightech-Wunder, das – einem Tablet-PC gleich – den Körper digital am Monitor erfahrbar macht.

60 000 Euro hat das Uniklinikum in die Hand genommen, um den digitalen Seziertisch aus den Vereinigten Staaten anzuschaffen. Dreidimensional und in Lebensgröße lassen sich auf ihm – Körperspendern sei Dank – Schicht für Schicht alle Strukturen der menschlichen Anatomie detailliert darstellen: Organe, Blutgefäße, Knochen, Gewebe etc. Unendlich viele Daten sind dafür gescannt und verarbeitet worden. Die Studenten können auf dem Touchscreen mithilfe ihres Fingers schneiden, sich Querschnitte des Körpers anschauen oder einzelne Organe freilegen.

Zum Einsatz kommt das Gerät als Ergänzung des Anatomieunterrichts, die Arbeit an echten Leichen wird es weiterhin geben. „Das haptische Erlebnis ist ganz wichtig für einen Chirurgen. Aber am Anatomage können Vorgänge auch rückgängig gemacht werden und wir haben damit alle Präparate jederzeit parat“, erklärt Dr. József Jászai, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anatomie der Medizinischen Fakultät.

Ein großer Vorteil für die heutige Riege der Medizinstudenten, wie der erfahrene Chirurg Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, findet. Gerade auch dann, wenn es um kleine, unscheinbare Organe geht. In diese Kategorie fällt beispielsweise die Bauchspeicheldrüse (Pankreas). In der Mitte des Körpers gelegen, umgeben von anderen Organen und sehr vielen Blutgefäßen, ist die 60 bis 80 Gramm schwere und 14 bis 18 Zentimeter lange Bauchspeicheldrüse „wahnsinnig schwer für einen Chirurgen zu erreichen“, so Prof. Weitz.

Insgesamt nehmen die Viszeralchirurgen am Uniklinikum 150 Eingriffe pro Jahr bei Tumoren an der Bauchspeicheldrüse vor – und das immer häufiger mit der sogenannten Schlüssellochtechnik. Für diese minimal-invasiven Eingriffe ist kein Bauchschnitt nötig. Die Instrumente werden durch drei kleine Löcher eingeführt, die Operation ist dadurch schonender. Ob sie auch erfolgversprechend ist, bleibt allerdings offen. Denn Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten Krebsarten, für die es trotz der medizinischen Fortschritt nur selten eine Heilung gibt.

Jährlich erkranken rund 16 500 Deutsche an Bauchspeicheldrüsenkrebs – Tendenz steigend. Auch deshalb beteiligt sich das Uniklinikum am Donnerstag stattfindenden Weltpankreastag mit einer Illumination der Semperoper (siehe Kasten).

Weltpankreastag

Die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) des Dresdner Uniklinikums beteiligt sich am Donnerstag stattfindenden Weltpankreastag mit einem Zeichen der Zuversicht. Dafür wird die Semperoper an diesem Tag für eineinhalb Stunden – zwischen 18 und 19.30 Uhr – lila leuchten. Die Ärzte und Wissenschaftler wollen damit ihre Verbundenheit mit den Patienten, die von einer Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) betroffen sind, bekunden und dafür werben, dass die Erkrankung nicht länger tabuisiert wird. Angestrahlt in der Farbe des Weltpankreastages werden auch der Münchner Bavaria, der Dom zu Schwerin oder die Friedenskirche am Park Sanssouci.

Von Christin Grödel

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