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Lokales Dresdner Mediziner arbeiten an Screening zur Blutkrebs-Früherkennung
Dresden Lokales Dresdner Mediziner arbeiten an Screening zur Blutkrebs-Früherkennung
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17:57 09.09.2015
Professor Gerhard Ehninger Quelle: dpa

Die von ihm vor 22 Jahren mitgegründete Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat in der Elbestadt das zweitgrößte Gentypisierungslabor mit modernster Technik. „Damit sind die Kosten für genetische Tests gering geworden, was absehbar ein Massenscreening erlaubt.“ Das könnte helfen, bei noch Gesunden bereits Anlagen für Blutkrebs früh zu erkennen und vorsorglich behandeln zu lassen. „Dann könnte sich jeder untersuchen lassen.“

Bei einem Teil der Patienten ist Blutkrebs erblich, bei den meisten sind es genetische Veränderungen, die erworben wurden, erklärte Ehninger. „Wir haben konkrete Vorstellungen, nach welchen Genen wir schauen müssen, durch deren Veränderungen sich etwa Leukämien entwickeln.“ Je mehr genetische Veränderungen auftreten, umso komplizierter werde es. Blutkrebs gehört laut Ehninger wegen der erst spät auftretenden Symptome zu den gefährlichen Krebserkrankungen. Den meisten Patienten helfen Chemotherapie oder Blutstammzelltransplantation.

„Inzwischen ist das nicht nur in hoch entwickelten Gegenden, sondern auch in Nigeria oder Indien möglich“, berichtete der Mediziner. „Die Mission aber ist, weltweit zu helfen, auch Menschen, die bisher keinen Zugang zu solchen Therapien haben.“ Dafür sollen diese so kostengünstig wie möglich werden. Auch deshalb finanziert und initiiert die DKMS künftig Forschung. „Als wir am 28. Mai 1991 zum Notar gefahren sind, um die Datei zu gründen, galten wir als Idioten“, erinnerte sich Ehninger. „Denn es gab kaum Spender in Deutschland; wir wollten 100 000 gewinnen und weltweit helfen.“

Gemessen daran sei es unglaublich, dass 5000 der 12 000 jährlich übertragenen Blutstammzellen aus Deutschland kommen. Von den 36 000 Betroffenen, denen die DKMS bisher helfen konnte, sei die Hälfte geheilt, die anderen hatten Rückfälle oder Komplikationen durch die Transplantation. „80 bis 90 Prozent wären ohne Spender gestorben“, sagte Ehninger.

Simona Block, dpa

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