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Lokales Dresdner Lebenshilfe verschafft alter Technik eine zweite Chance
Dresden Lokales Dresdner Lebenshilfe verschafft alter Technik eine zweite Chance
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12:27 18.11.2017
Holger Baumgart zerlegt alte Handys. Die Metalle und Kunststoffe werden dann weiterverkauft. Quelle: Stephan Lohse
Dresden

70 Mitarbeiter der Dresdner Lebenshilfe geben ausrangierten Dingen ein neues Leben. In Kooperation mit der Stadtverwaltung helfen die behinderten Mitarbeiter zum einen Elektroschrott zu entsorgen und immer stärker auch dabei, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Seit 2010 zerlegen die Mitarbeiter der Lebenshilfe den Elektroschrott, der bei den Wertstoffhöfen der Stadt abgegeben wird. Und das ist jede Menge. 2100 Tonnen wandern pro Jahr durch die Hände der Mitarbeiter an der Werftstraße. „Eine Erfolgsgeschichte“, sagt Werkstattleiter Michael Bohn. Denn aus dem Entgegennehmen und Zerlegen ist immer mehr geworden.

Ausrangierte Elektronik, kaputte Fahrräder: Die Dresdner Lebenshilfe gibt ausrangierter Technik eine zweite Chance. 70 behinderte Mitarbeiter sorgen dafür, dass in Dresden weniger Schrott anfällt.

Zunächst kam das Sammeln und Zerlegen von alten Handys dazu. 4000 Geräte, die an rund 50 Standorten in Dresden abgegeben werden können, werden jedes Jahr binnen Minuten in ihre Einzelteile zerlegt, um an die wertvollen Inhaltsstoffe wie Gold, Kupfer oder Platin zu gelangen. Die werden dann an Schrotthändler oder Recylingbetriebe weiterverkauft.

Und seit diesem Jahr wird auch gebrauchte Technik verkauft. „Wir haben gemerkt, dass immer wieder voll funktionsfähige Elektrogeräte weggeworfen werden“, erklärt Bohn. Die werden jetzt nicht mehr entsorgt, sondern aufwendig getestet und danach wieder verkauft. An der Hamburger Straße können die Dresdner seit April alte, aber voll funktionsfähige Elektrogeräte kaufen. Es gibt neben spielen, Musik und Videos auch Radios für 12 Euro, ein Fernseher kostet je nach Größe maximal 90 Euro. Für jeden Fernseher gibt es zudem ein Prüfprotokoll und ein Jahr Gewährleistung.

Der Gebrauchtwarenladen

Der Gebrauchtwarenladen der Lebenshilfe an der Hamburger Straße 14a ist Mittwoch und Donnerstag jeweils von 14 - 16 Uhr geöffnet.

Im Angebot sind je nach Verfügbarkeit Flachbildschirme, Radios, MP3-Player, Monitore, Receiver, Lautsprecher, HiFi-Anlagen, CD-Player, CDs, Plattenspieler, Walkmans, Spiele für Xbox und Nintendo

Noch ist der Technikverkauf ein Zuschussgeschäft, sagt Bohn. Er hofft aber, dass noch mehr Dresdner von dem Angebot erfahren und es möglichst ausgiebig nutzen. „Bei Fahrrädern klappt das schon hervorragend“, sagt Bohn. Rund 360 alte Fahrräder werden pro Jahr repariert und am Standort Löbtauer Straße verkauft. Zudem übernimmt die Lebenshilfe bei rund 1200 Rädern pro Jahr Kleinreparaturen.

Mit dem erwirtschafteten Geld zahlt die Lebenshilfe die Löhne der behinderten Mitarbeiter. Für die Stadtverwaltung ist die Lebenshilfe ein strategischer Partner, sagt Thomas Kügler, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft. Die Stadt zahle für das Zerlegen des Elektroschrotts normale Preise, spare nichts dadurch, dass der Job von der Lebenshilfe übernommen wird. Der entscheidende Punkt sei, bei den Menschen ein Bewusstsein für Ressourcen und Wiederverwendbarkeit zu schaffen.

Die Lebenshilfe

Die Lebenshilfe vertritt die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung und ihrer Familien. Sie ist Elternvereinigung, Fachverband und Einrichtungsträger mit aktuell rund 600 Mitgliedern. Ziel ist, dass auch behinderte Dresdner so selbständig wie möglich leben können. Jedem soll so viel Schutz und Hilfe zuteilwerden, wie er für sich braucht.

Die Lebenshilfe beschäftigt nach eigenen Angaben fast 500 Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in vier verschiedenen Einrichtungen und Außenarbeitsgruppen.

Von Stephan Lohse

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