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Lokales Dresdner Lahmann-Sanatorium: Altes Heizhaus wird für 11,5 Millionen Euro saniert
Dresden Lokales Dresdner Lahmann-Sanatorium: Altes Heizhaus wird für 11,5 Millionen Euro saniert
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15:17 13.06.2017
Das Gebäude ist zwar verwahrlost, weil seit über 25 Jahren ungenutzt, aber in einem wesentlich besseren Zustand als das Ärztehaus.  Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Das vermutet man wirklich nicht: Schwere, 100 Jahre alte Waschmaschinen und Schleudern lagern noch immer im alten Heizhaus und Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Lahmann-Sanatoriums auf dem Weißen Hirsch. Es ist das erste, recht desolat wirkende Gebäude, das man von der Bautzner Landstraße aus zu sehen bekommt, wenn man Richtung Bühlau hinaus fährt. Gekauft haben es mit den drei Investoren Rico Richert, Georg Hartmann und der Architekt Gunter Hildebrandt die gleichen Gesellschafter, die auch das Ärztehaus erworben haben.

Seit 25 Jahren steht das alte Heizhaus am Lahmann-Sanatorium leer. Nun nehmen sich drei Investoren dem denkmalgeschützten Objekt an und restaurieren es.

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Das Haus wurde 1913 vom Architekturbüro Schilling und Gräbner als Massivbau mit Betondecken errichtet. Es diente sowohl dem Lahmannschen Sanatorium als auch nach dem Krieg den Russen als Heizhaus und Wirtschaftsgebäude. „Hier drin befanden sich Kohle- und Dampfkessel, die das gesamte Areal mit Wärme und heißem Wasser versorgt haben“, berichtet Georg Hartmann. Sie seien bis zum Schluss, bis 1991 also, in Betrieb gewesen. In dem Gebäude wurde auch in großem Stile Wäsche gewaschen, gebügelt und gekocht. Die Bediensteten wohnten offenbar selbst mit im Haus. Davon zeugen u.a. kleine Räume mit Waschbecken an den Wänden und auch ein uralter Herd. „Damit die Angestellten mit der gebügelten Wäsche nicht den vornehmen Kurgästen über den Weg liefen, hatte Lahmann mehrere unterirdische Gänge anlegen lassen“, erklärt Architekt Gunter Hildebrandt. Sie waren mehrere hundert Meter lang, sind aber heute nicht mehr begehbar.

Der Stahlbetonbau, einst ein sehr modernes Gebäude, steht heute unter Denkmalschutz. Er ist zwar verwahrlost, weil seit über 25 Jahren ungenutzt, aber entkernt und beräumt. Der Putz bröckelt von den Wänden, die die Russen zum Großteil mit einem grünen Ölsockel versehen hatten. Die Holzdielen wölben sich enorm und durch zersplitterte Fenster pfeift der Wind. „Hier nagt einfach der Zahn der Zeit, weil es eine undichte Stelle im Dach gibt“, berichtet Investor Hartmann. Das Gebäude sei dennoch in einem wesentlich besseren Zustand als das Ärztehaus, in dem beispielsweise Decken durchgebrochen sind.

Das 2500 Quadratmeter große Haus soll nun saniert werden, und es entsteht ein 500 Quadratmeter großer Neubau im rückwärtigen Bereich. Dieses Jahr wollen Hartmann und seine beiden Partner den Bauantrag stellen und rechnen auch mit der Baugenehmigung, 2018 soll es losgehen mit dem Bauen. „Im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss planen wir gewerbliche Nutzung, im Turm auf der rechten Seite Eigentumswohnungen“, erklärt Hartmann. Vorstellbar sei eine Nutzung als Pflegeheim oder aber auch als Zentrum für innovative Unternehmen, für moderne Forschungseinrichtungen. Die Raumstruktur des Betonbaus lasse Räume von bis zu 200 Quadratmetern Größe zu. Im Neubau werde in der unteren Ebene ein Parkhaus untergebracht. Darüber könne er sowohl für Wohnungen als auch für Gewerbezwecke genutzt werden. „Wir rechnen mit bis zu 24 Wohnungen insgesamt“, sagt Hartmann. Elfeinhalb Millionen Euro wollen Richert, Hartmann und Hildebrandt in die beiden Gebäude investieren. Wenn alles klappt mit der Baugenehmigung, sollen die Häuser binnen zwei Jahren fertig sein – Anfang 2020 also.

Die Baugenehmigung für das Ärztehaus (DNN berichteten) erwartet Georg Hartmann für Juli. „Wir sind optimistisch, dass wir die Sanierung im Dezember 2018 abschließen können“, sagt er.

Von Katrin Richter

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