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Lokales Dresdner Krankenhaus kämpft gegen multiresistente Keime
Dresden Lokales Dresdner Krankenhaus kämpft gegen multiresistente Keime
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18:03 24.10.2018
Symbolbild: Multiresistente Keime Quelle: dpa
Dresden

Vier Patienten sind aktuell im Städtischen Klinikum Dresden am Standort Neustadt/Trachau mit einem multiresistenten Keim infiziert, zwei von ihnen sind erkrankt. „Die vier Patienten befinden sich auf der Intensivstation“, gibt Lutz Blase, Medizinischer Direktor des Städtischen Klinikums, bekannt. Am Wochenende sei der Keim bei zwei Patienten während routinemäßiger Untersuchungen festgestellt worden.

„Auf Grund dieser unwahrscheinlichen Häufung haben wir Umgebungsuntersuchungen bei den anderen Intensivpatienten durchgeführt“, berichtet Blase. Dabei wurde der Keim bei zwei weiteren Patienten festgestellt, die aber aktuell nicht an dem Keim erkrankt sind.

Antibiotika-Spezialisten im Einsatz

„Bereits Mitte September ist der Keim bei einer anderen Patientin auf der Intensivstation nachgewiesen worden“, sagt Blase. Ein Zusammenhang mit den nun vier Infizierten Patienten konnte aber bis jetzt nicht festgestellt werden. „Bei dem Keim handelt es sich um Klebsiella Pneumoniae“, erklärt der Abteilungsleiter Krankenhaushygiene Michael Wendt. Das Bakterium ist gegen vier Antibiotika-Stammgruppen resistent. „Das ist die höchste Resistenzform, die wir kennen“, sagt Blase.

Die mit Klebsiella Pneumoniae infizierten Patienten werden auf der Intensivstation wegen verschiedenen Krankheiten mit individuellen Antibiotika-Therapien behandelt. Nun versuchen Antibiotika-Spezialisten zusätzlich bei den Erkrankten den multiresistenten Keim zu bekämpfen, unter anderem mit Reserve-Antibiotika. „Das ist die höchste Therapiestufe“, erklärt der Hygiene-Spezialist.

„Wir wissen nicht, woher der Keim kommt“, sagt Blase. „Rund zehn Prozent der Menschen tragen vorübergehend einen multiresistenten Keim im Körper, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt“, erklärt Wendt. Nur wenn das Immunsystem geschwächt sei, könne sich der Keim ausbreiten und gefährlich werden. „Klepsiella Pneumoniae tragen einige Menschen im Darm“, sagt der Hygiene-Experte. Möglich wäre, dass der Keim Resistenzen entwickelt, wenn er mit Antibiotika in Kontakt komme, erklärt Wendt.

Notfallplan auf der Intensivstation

Für die Patienten und Mitarbeiter auf der erst im August offiziell eröffneten Intensivstation mit 18 Betten ist nun höchste Disziplin bei Hygiene-Maßnahmen erforderlich. Die infizierten Patienten werden gesondert behandelt. „Wichtig ist, dass keine Keime aus dem Bereich hinaus getragen werden“, erklärt Wendt. Das betrifft auch die Müllentsorgung und die tägliche Arbeitsroutine der Mitarbeiter – etwa durch gesonderte Pausenräume. Der Keim ist nicht durch die Luft übertragbar, kann aber auf Oberflächen überleben. Dort kann er bekämpft werden, denn „Desinfektionsmittel greifen noch“, erklärt Wendt.

Intensivstation gesperrt

Außerdem werden aktuell keine neuen Intensivpatienten aufgenommen und entlassen. Aktuell werden nur Patienten operiert, die nicht verlegt werden können. Andere Operationen werden verschoben oder an anderen Standorten des Klinikums durchgeführt. Das gilt auch für Krankenwagen mit intensivmedizinischen Notfällen, die abgesehen von Schlaganfällen, den Standort Neustadt/Trachau nicht anfahren. „Im Moment haben wir keine relevanten Versorgungslücken“, sagt Wendt. Eine Entwarnung gibt es allerdings auch noch nicht. Bis dahin folgen weitere engmaschige Kontrollen der Intensivpatienten.

Von Tomke Giedigkeit

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