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Lokales Dresdner Kleingartenanlage seit 2013 zum dritten Mal überschwemmt
Dresden Lokales Dresdner Kleingartenanlage seit 2013 zum dritten Mal überschwemmt
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08:56 16.07.2016
Land unter im Kleingartenverein Großluga. Quelle: Volker Croy
Dresden

„Es ist jetzt das dritte Mal seit 2013, dass der Maltengraben gebrochen ist und unser Kleingartenverein unter Wasser steht. Wir können die Gärten gar nicht mehr nutzen. Vielleicht sollten wir Reis anbauen!“, so Michael Podgaiski sarkastisch. Im Chef des Kleingartenvereins Großluga kocht der Ärger hoch, denn das Problem mit dem Maltengraben ist seiner Ansicht nach hausgemacht.

Bei dem Wasserlauf handelt es sich um einen Hochdamm, der bei üppigem Niederschlag Wasser führt. „Der Damm erfährt seit vielen Jahren so gut wie keine Pflege, ist mit Bäumen und Brombeeren zugewachsen“, weiß Podgaiski. „Kein Wunder, dass er dann bricht.“ 2013 stand das Wasser im Kleingartenverein, der wie in einer Wanne gelegen ist, aus der das Wasser dann nicht ablaufen kann, bis zu einem Meter hoch. „Allein der Schaden an der Elektrik betrug damals 35.000 Euro“, so der Kleingartenchef. Jetzt ist die Hälfte der Anlage betroffen. Das Wasser steht bis zu 20 cm hoch.

„Donnerstagabend gegen 18 Uhr wurde ich informiert, dass das Feld am Maltengraben vollläuft. Wenig später hatte das Wasser die Gärten erreicht“, so Michael Podgaiski. „Feuerwehr und ein paar Kleingärtner haben den Maltengraben gereinigt und provisorisch von Bewuchs befreit, damit alles besser abfließt und nicht weiter an der Bruchstelle rausläuft. Die Feuerwehr flickt den Bruch mit einer Plane und 100 Sandsäcken“, berichtete Volker Croy vom Stadtverband Dresdner Gartenfreunde e.V. Donnerstagabend nach 23 Uhr. „Der Bruch ist etwa 30 cm breit. Es ist ein alter, notdürftig geflickter Schaden von 2013, der wieder aufging.“

„Der Maltengraben liegt etwa zwei Meter über dem Gelände und sollte eigentlich umgelegt werden. Es wurden schon vier Gärten weggerissen, um Baufreiheit zu schaffen. Aber getan hatsich nichts“, macht Podgaiski aus dem Ärger der Kleingärtner kein Hehl. „Wir fühlen uns alleingelassen.“ Das Umweltamt der Stadt Dresden weist dieSchuld von sich. „Der Maltengrabenwird regelmäßig nach wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten gepflegt. Normalerweise erfolgt einmal im Jahr eine Mahd und Gehölzpflege. Die diesjährige Pflege des Abschnitt erfolgt im Herbst“, heißt es auf eine Anfrage der DNN. Baumbewuchs sei, „soweit der Abflussquerschnitt nicht eingeengt wird, durchaus erwünscht“.

Die Stadt habe seit dem Hochwasser 2013 aktiv und erfolgreich an der nachhaltigen Sanierung des Maltengrabens gearbeitet, heißt es vom Umweltamt weiter. „Im Jahre 2014 wurden die umfangreichen Planunterlagen, Gutachten etc., die für ein so großes Bauvorhaben notwendig sind, erstellt. Im Herbst 2015 erfolgte der Bau des ersten Bauabschnittes von der Bahnlinie entlang des Umspannwerkes bis zur Schule an der Kleinlugaer Straße. Dieser Abschnitt ist weitgehend fertiggestellt und erstreckt sich über eine Länge von über 1,2 km Länge.“

Die Bruchstelle jetzt befinde sich flussaufwärts im zweiten noch unsanierten Bauabschnitt. „Das Umweltamt bereitet aktuell den zweiten Bauabschnitt vor. Konkret werden die Ausführungspläne und die Leistungsverzeichnisse erstellt und die Bauvergabe gestartet. Der Baubeginn ist im März 2017 vorgesehen.“

Einerseits sei eine Vergrößerung des Abflussquerschnittes und andererseits die Tieferlegung auf das normale Geländeniveau und die teilweise Umverlegung des Gewässers notwendig, heißt es in der Antwort aus dem Umweltamt. „Mit der Ertüchtigung und Umgestaltung des Gewässers müssen drei Brücken und Durchlassbauwerke neugebaut werden. Zur Erhaltung wertvoller Naturschutzflächen wird der derzeitige Maltengrabendamm teilweise erhalten.“ Die Hochwasserschadensbeseitigung am Maltengraben soll laut Stadt im Herbst 2017 abgeschlossen sein. „Bis dahin ist nach aktueller Einschätzung die Dammsicherung mit Sandsäcken und Folien ausreichend. Wir werden die Bruchstelle natürlich intensiv überwachen und entsprechend reagieren.“

Von Catrin Steinbach

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