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Lokales Dresdner Jäger wehren sich gegen Vorwürfe
Dresden Lokales Dresdner Jäger wehren sich gegen Vorwürfe
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13:03 29.11.2016
Laut Sachsenforst seien Treibjagden im Zeitraum zwischen November und Januar notwendig, da die Wildtierpopulation sonst unkontrolliert steige.  Quelle: dpa
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Dresden

 Die Tierrechtsorganisation Peta hat in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dresden gegen rund 80 Jäger und 50 Jagdhelfer gestellt. Diese hatten an einer Treibjagd in der Dresdner Heide in Langebrück und Klotzsche am 11. November teilgenommen. „Wir werfen allen Beteiligten Grausamkeit und den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. Peta unterstellt den Jägern in einem Schreiben unter anderem „Massentötung als gesellschaftliches Event“ und „erbarmungslose Jagdpraktiken“.

Markus Biernath, Leiter des für die Treibjagden verantwortlichen Sachsenforst Dresden, wehrt sich entschieden gegen die Vorwürfe der Tierrechtsorganisation. Zudem weiß er selbst noch nichts von einer entsprechenden Strafanzeige. „Ich war selbst sehr überrascht, als ich dieses Schreiben las. Sollte sich das bewahrheiten, sehen wir dem sehr gelassen entgegen“, so Biernath. Die vom Sachsenforst organisierten Treibjagden gingen mit allen Gesetzen von Bund, Land und Stadt konform, versicherte er. Bei der Staatsanwaltschaft Dresden wartet man anscheinend noch auf die Anzeige „Die für Tierschutzsachen zuständigen Abteilung hat den Anzeigeneingang bislang noch nicht bestätigt“, so Oberstaatsanwalt Claus Bogner.

Sollte sich die Strafanzeige doch noch bestätigen, wären ihre Erfolgsaussichten eher gering. Alle der 13 zwischen 2015 und 2016 bundesweit gestellten Anzeigen von Peta gegen Treibjagden wurden bei den zuständigen Staatsanwaltschaften bisher vorzeitig eingestellt.

Bei Treib- oder Drückjagden versammeln sich in der Regel eine große Zahl von Jägern und treiben teilweise beritten gemeinsam mit Jagdhunden das Wild aus einem bestimmten Waldgebiet zusammen, um es zu erlegen. Laut Biernath diene es dazu, die Wildbestände in diesen Gebieten zu regulieren. Dem Vorwurf von Peta, dass Treibjagden nur eine „brutale Form der Freizeitbeschäftigung“ wären, stellt er sich entgegen.

So seien Treibjagden im Zeitraum zwischen November und Januar notwendig, da die Wildtierpopulation sonst unkontrolliert steige. „Mais- und Rapsanbau in Kombination mit milden Wintern lassen vor allem die Schwarzwildbestände förmlich explodieren“, so Biernath. In der Regel organisiert der Sachsenforstbezirk Dresden rund zehn Drückjagden pro Saison. Fünf größere wie die am 11. November, an der etwa 50 bis 80 Jäger und mehrere „Treiber“ teilnahmen, und einige kleinere.

Der Dresdner Forstbezirksleiter versicherte zudem, dass bei den Jägern strenge Regeln gelten. So benötige jeder Jäger einen Schießnachweis und es würden nur Kaliber eingesetzt, die sofort zur Tötung des Tieres führten. Außerdem seien die Jagdhunde speziell ausgebildet, um etwaiges verletztes Wild innerhalb kürzester Zeit aufzuspüren. „Drückjagden verursachen bei den Tieren in unseren Augen weniger Stress, als wenn über Wochen und Monate hinweg unentwegt Jäger im Wald aktiv sind“, so Biernath. Jedes erlegte Tier werde zudem sofort fachgerecht ausgeweidet und an Privatpersonen, Fleischereien und Restaurant verkauft.

Von Sebastian Burkhardt

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